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Hannover

Im Schatten der Anklage: So war der Tag im Rathaus

Das Neue Rathaus in Hannover.

Das Neue Rathaus in Hannover.

Hannover.Keine Frage: Hannovers Ratspolitiker hatten wichtige Dinge zu besprechen am Mittwoch. Zur Debatte stand zum Beispiel die Frage, in welcher Form die Verwaltung städtischer Friedhöfe auf digitalen Betrieb umgestellt werden sollte, im Organisationsausschuss am Nachmittag ohne Zweifel ein Zukunftsthema. Der Betrieb lief einfach weiter, obwohl seit Stunden bekannt war, was es noch nie gegeben hatte: Die Staatsanwaltschaft Hannover will Oberbürgermeister Stefan Schostok anklagen. Auch das ein Thema, das in jeder Hinsicht in die Zukunft wirkt, ob der Sozialdemokrat im Amt bleibt oder den Rücktritt wählt.

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Und während Besuchergruppen wie jeden Tag das Rathaus fotografierten und an Modellen Hannover in Trümmern anschauten, fielen Genossen am Nachmittag im Rathaus, als noch keine Sprachregelung verabredet war, in vielsagendes Schweigen. Bürgermeister Thomas Hermann rang sich ein schmallippiges "Kein Kommentar" ab zur Frage, wie er die Lage um Schostok einschätze. Ricklingens Bezirksbürgermeister Andreas Markurth erklärte, zwar eine Meinung zum Thema zu haben, mochte die jedoch nicht mitteilen. Andere Genossen erinnerten an diesem Tag daran, dass Schostok längst hätte zurück treten sollen. Das war auch die Meinung eines hochrangigen Verwaltungsbeschäftigten, aber auch diese Meinung, bitte, nicht mit Namen zitieren.

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Wenn niemand etwas sagen will, obwohl es viel zu erzählen gäbe, dann köchelt nach aller Erfahrung nichts mehr, dann ist der Topf längst übergelaufen. Da machten im Rathaus bereits Gerüchte die Runde, dass Schostok an Rückhalt verlieren würde. Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci rücke nun doch von Schostok ab, intern sei er ohnehin nicht so überzeugt gewesen von Schostoks Handeln in der Rathausaffäre, wie er es nach außen vertreten habe.

Beinahe hätten sogar Bürger die Gelegenheit gehabt, Schostok direkt zu seiner Lage zu befragen. Routinemäßig war für Mittwochnachmittag die Sprechstunde des OB angesetzt. Doch er sagte kurzfristig ab. "Aus terminlichen Gründen", wie es hieß.

Von Gunnar Menkens

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