Verkehr

Jede dritte Ampel in Hannover bleibt nachts dunkel

Mehr Verkehrsfluss durch wengier Rotphasen will die Stadt erreichen. Nachts sind inzwischen mehr als ein Drittel der Ampeln abgeschaltet.

Mehr Verkehrsfluss durch wengier Rotphasen will die Stadt erreichen. Nachts sind inzwischen mehr als ein Drittel der Ampeln abgeschaltet.

Hannover. In Hannover werden nachts mehr als ein Drittel aller Ampeln abgeschaltet. Damit setzt die Stadtverwaltung eine Forderung der Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und FDP um, die bereits im vergangenen Jahr beschlossen wurde. „Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Beitrag zur Verstetigung des Verkehrs“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke, Ideengeber für die Forderung. Damit werde zugleich der Schadstoffausstoß sowie der nächtliche Verkehrslärm reduziert.

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Schon häufig haben Autofahrer beklagt, dass sie nachts minutenlang vor roten Ampeln stehen, obwohl kein anderer Verkehrsteilnehmer zu sehen ist. Insbesondere auf der Hildesheimer Straße und der Podbielskistraße befinden sich etliche Ampeln, unter anderem in der Nähe von oberirdischen Stadtbahnhaltestellen. Wenn  Autofahrer nachts  in kurzen Abständen bremsen, warten und entnervt beschleunigen, stiegen dadurch Schadstoffausstoß und Lärm,  so die Argumentation der Liberalen.

Das Abschalten von Ampeln stößt dort an Grenzen, wo die Verkehrssicherheit bedroht ist. „So ist es Fußgängern ohne Lichtsignalanlage an mehrstreifigen Hauptverkehrsstraßen häufig nicht möglich, die Fahrbahn sicher zu queren“, heißt es in einem Verwaltungspapier. Dsa treffe insbesondere auf mobilitätseingeschränkte Personen sowie Blinde und Sehbehinderte zu. „Aus diesem Grund sind daher momentan keine weiteren Nachtabschaltungen vorgesehen“, heißt es in dem Papier weiter. Mit anderen Worten: Es bleibt zunächst bei einem Drittel der Ampeln, die nachts ausgeschaltet sind. Dennoch will die Stadt spezielle Nachtprogramm in die Verkehrsrechner einspeisen, um die Wartezeiten an den Ampeln so gering wie möglich zu halten.

Die Stadt sieht noch weitere Möglichkeiten, den Verkehrsfluss zu verbessern. Die Verwaltung will jetzt prüfen, ob Fußgängerampeln sowohl nachts als auch tagsüber auf „dunkel“ gestellt werden können. Das bedeutet, dass sie für den Fahrzeugverkehr kein Signal anzeigen, sodass permanante Durchfahrt möglich ist. Für Fußgänger erscheint dauerhaft Rot. Erst auf Knopfdruck eines Passanten ändern sich die Signale.

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Am Wedekindplatz in der List geht die Verwaltung noch einen Schritt weiter. Dort soll eine Fußgängerampel so geschaltet werden, dass sie dauerhaft nach allen Seiten hin dunkel bleibt. Auf Knopfdruck erwacht die Anlage zum Leben und gibt Signale. Die Stadt betont, dass es sich um einen Modellversuch handele. Funktioniert die Dunkel-Ampel, könne sie auch auf andere Überwege übertragen werden.

Von Andreas Schinkel

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