Innenstadt

Kandel: Anti-Islam-Protest und Gegendemo in Hannover

Auf dem Opernplatz haben rund 70 Demonstranten gegen den Islam in Deutschland und die Migrationspolitik der Bundesregierung protestiert.

Auf dem Opernplatz haben rund 70 Demonstranten gegen den Islam in Deutschland und die Migrationspolitik der Bundesregierung protestiert.

Hannover. Auf dem Opernplatz haben am Montagabend rund 70 Personen gegen den Islam in Deutschland und die Migrationspolitik der Bundesregierung protestiert. Die Kundgebung stand unter dem Thema "Kandel ist überall". In dem Örtchen in der Südpfalz war am 27. Dezember 2017 ein 15-jähriges Mädchen von ihrem etwa 20-jährigen Ex-Freund aus Afghanistan erstochen worden. Die Polizei begleitete die Kundgebung in Hannover mit einem Großaufgebot und musste zwischenzeitlich linke Gegenprotestler zurückdrängen.

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Unter den "Kandel"-Demonstranten war auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Jörn König aus Hannover. Die vielen Migranten in Deutschland seien "die Art Kulturbereicherung, die unsere Politikversager reingelassen haben". Er forderte ein konsequentes Durchgreifen gegen strafrechtlich auffällige Flüchtlinge. "Das Problem ist, wenn einer mit dem Messer herumfuchtelt", so König. Er spielte damit auf die gestiegene Zahl an Messerattacken in Deutschland an, darunter auch der Angriff auf eine 24-Jährige Ende März in Burgwedel. Ein 17-jähriger Syrer hatte die junge Frau lebensgefährlich verletzt.

Tim Kellner alias Tim K., wie er sich selbst in den sozialen Netzwerken nennt, sprach in diesem Zusammenhang von einer „Invasionsarmee“, die in den vergangenen Jahren einmarschiert sei. „Deutschland ist in einem Kriegszustand“, sagte er. Kellner ist Ex-Polizist, Mitglied einer Rockergruppe und Islam-Gegner. „Wir werden so lange hier stehen, bis die Grenzen geschlossen und die Einwanderer gefiltert werden“, sagte AfD-Politikerin Sabine Ehrke am Opernplatz.

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Die Kundgebung wurde von einem Gegenprotest begleitet. Rund 50 Demonstranten unter anderem aus der linken Szene und von der Satirepartei Die Partei versuchten mit lauten Parolen, die Reden zu übertönen. Die Polizei war mit einer Vielzahl von Einsatzkräften und 17 Fahrzeugen vor Ort. Darüber hinaus musste die „Kandel ist überall“-Kundgebung in einem abgezäunten Bereich stattfinden.

Von Peer Hellerling

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