Früherer Finanzchef des Klinikums

Karsten Honsel steht in Kassel unter Beschuss

Der frühere Finanzgeschäftsführer des Regionsklinikums, Karsten Honsel, sorgt in Kassel für politischen Streit.

Der frühere Finanzgeschäftsführer des Regionsklinikums, Karsten Honsel, sorgt in Kassel für politischen Streit.

Hannover . Honsel war wenige Tage vor Weihnachten zum Chef des kommunalen Krankenhauskonzerns Gesundheit Nordhessen Holding gewählt worden. Nordhessische Politiker werfen ihm jetzt vor, verschwiegen zu haben, dass er beim Regionsklinikum für ein Defizit von 75 Millionen Euro mitverantwortlich gemacht und dass er wegen Sozialbetrugs angeklagt worden war.

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Das Landgericht Hildesheim hatte das Strafverfahren gegen eine Geldzahlung von 25.000 Euro eingestellt. In dem Verfahren war Honsel neben anderen Mitarbeitern der Klinikumsspitze angeklagt, Scheinselbstständige als Krankentransportfahrer beschäftigt zu haben. Dadurch soll das Klinikum fast eine halbe Million Euro Krankenkassen- und Sozialversicherungsbeiträge gespart haben.

Honsel hatte das Regionsklinikum im Mai 2013 verlassen. Damals war ein einvernehmlicher Auflösungsvertrag geschlossen worden. Teile des Aufsichtsrats warfen der Geschäftsführung damals vor, die brisante finanzielle Lage des Unternehmens zu lange für sich behalten und das Unternehmen damit in Schwierigkeiten gebracht zu haben.

Wie die „Hessisch-Niedersächsische Allgemeine“ jetzt berichtet, soll der Kasseler Oberbürgermeister erst nach der Wahl von Honsel zum dortigen Klinikchef von dem Gerichtsprozess erfahren und daraufhin ein „ernstes Wort“ mit dem beauftragten Personalberater gesprochen haben. An der Entscheidung zugunsten Honsels ändere das aber nichts, betonte der Oberbürgermeister laut dem Bericht. Der neue Chef des Kasseler Krankenhauskonzerns habe ihm die Gründe für die schwierige Lage der kommunalen Kliniken in Hannover und für den Prozess wegen Sozialbetrugs überzeugend erklären können, heißt es in der Zeitung weiter.

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Allerdings fordern mehrere nordhessische Politiker jetzt, sich nach einem anderen Kandidaten umzusehen. Wenn ein Bewerber für einen solchen Posten wesentliche Teile seines beruflichen Werdeganges verschweige, habe er Vertrauen verspielt, heißt es aus Kassel.

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