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Nach Klage aus Hannover

Kinder von deutschen IS-Sympathisantinnen sollen zurückgeholt werden

Im Flüchtlingslager al-Hul leben zurzeit mehr als 70.000 Menschen. Vier Waisenkinder von IS-Sympathisantinnen sollen nun nach Deutschland zurückgeholt werden.

Im Flüchtlingslager al-Hul leben zurzeit mehr als 70.000 Menschen. Vier Waisenkinder von IS-Sympathisantinnen sollen nun nach Deutschland zurückgeholt werden.

Hannover/Berlin.Das Auswärtige Amt in Berlin hat sich überraschend bereiterklärt, vier Waisenkinder von deutschen Sympathisantinnen der Terrormiliz IS zurückzuholen. Sie leben derzeit in einem Flüchtlingslager in Nordsyrien. Der hannoversche Anwalt Dirk Schoenian hatte die Bundesregierung dahingehend verklagt, er vertritt die Großeltern der Waisen. Insgesamt will er erreichen, dass zehn Kinder aus Niedersachsen, Hessen und Sachsen-Anhalt zurück nach Deutschland geholt werden. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation leben derzeit 76.000 Menschen in dem völlig überfüllten Flüchtlingslager in al-Hul.

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Bundesregierung stimmt plötzlich zu

Unterhändler des Auswärtigen Amtes hatten nun im Rahmen der Verhandlungen vor dem Verwaltungsgericht Berlin erklärt, für die Rückführung der vier Kinder zu sorgen. „Vor Gericht hat das Auswärtige Amt jetzt behauptet, es habe das schon immer vor gehabt“, sagt Schoenian der HAZ. „Es ist absurd.“ Vor der Klage hatte der Jurist die Bundesregierung bereits schriftlich aufgefordert, tätig zu werden. Damals hatte das Auswärtige Amt noch abgelehnt, weil es keine deutsche Botschaft in Damaskus gebe – und damit keine diplomatische Vertretung. Nun scheint das aber doch kein Problem mehr darzustellen. Bereits im Vorfeld hatte Schoenian vermutet, die Regierung wolle bloß Zeit schinden, bis eine Lösung gefunden sei.

Rückkehrtermin steht noch nicht fest

Wann die beiden Geschwisterpaare zurück nach Deutschland gebracht werden sollen, ist allerdings noch offen. „Wir wissen es nicht“, sagt Schoenian. Er will sich jedoch mit weiteren Details bedeckt halten, um das Unterfangen nicht doch noch zu gefährden. In einem Fall handelt es sich um zwei Mädchen im Alter von zwei und vier Jahren. Ihre Mutter aus Baden-Württemberg war IS-Sympathisantin und starb bei den Kämpfen um Baghus, die letzte Bastion der Terrormiliz. Dass die Bundesregierung aber nun wieder von ihrem Versprechen abrücken wird, glaubt der Rechtsanwalt nicht – zumal die Willensbekundung vor Gericht geäußert wurde. Schoenian: „Wir gehen jetzt davon aus, dass es passiert.“

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Von Peer Hellerling

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