Vinzenzkrankenhaus Kirchrode

Klinikbesucher parken Nachbarschaft zu

Foto: Seitdem das Vinzenzkrankenhaus vor seinem Parkplatz eine Schranke hat, parken viele Besucher lieber woanders, um Geld zu sparen.

Seitdem das Vinzenzkrankenhaus vor seinem Parkplatz eine Schranke hat, parken viele Besucher lieber woanders, um Geld zu sparen.

Kirchrode. Bis 2018 fließen rund zehn Millionen Euro in die Modernisierung des Vinzenzkrankenhauses; im vorigen Jahr wurden der Eingangsbereich, die Notaufnahme und das Aufnahmezentrum neu gestaltet. Der Umbau der beiden kleinen Parkplätze vor wenigen Monaten kam im Vergleich dazu eher bescheiden daher. Und doch hat er bei den Nachbarn in den umliegenden Wohnquartieren mehr Gewicht als andere Teilprojekte. Der Grund: Die zur Klinik gehörenden Parkflächen kosten seit September Gebühren. Viele Besucher und Patienten parken deshalb lieber an der Lange-Feld-Straße und rufen damit zuvor ungekannte Probleme hervor.

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„Für uns Anlieger gibt es kaum noch Parkplätze“, kritisierte Martin Prenzler jüngst im Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode. Der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft Hannover wohnt mit seiner Familie in einem Haus an der Lange-Feld-Straße. Genauer gesagt: In dem Straßenabschnitt zwischen Merziger Straße und Saarbrückener Straße, der besonders zugeparkt wird. Mehrere hundert Meter weit reiht sich dort vor allem tagsüber eine Kette parkender Autos aneinander. „Zwischen acht Uhr am Morgen und 20 Uhr am Abend ist das so“, berichtet Prenzlers Nachbar Franz Keil. Seine Frau ist Ärztin und wird manchmal über den Notruf angerufen. Doch ihr Auto könne sie inzwischen nur noch selten direkt vor dem eigenen Haus abstellen, sagt Keil. „Das ist problematisch.“

Patienten parken oft tagelang in Nachbarschaft

Um keine Parkgebühren zahlen zu müssen, stellen viele Patienten ihr Auto sogar tagelang in der Nachbarschaft ab , wie Keil und Prenzler beobachtet haben. Die Anwohner selbst müssen oft weit entfernt von zu Hause Stellplätze suchen und weichen wiederum auf angrenzende Nebenstraßen aus. „Auf der Lange-Feld-Straße haben wir kaum noch eine Chance“, sagt Keil. Hinzu komme, dass nun auch Taxiunternehmer ihre Autos vor dem Krankenhaus abstellen und ihre Fahrzeuge für den Schichtwechsel vorbereiten. „Da haben wir dann abends Taxifahrer, die Fußmatten vor unseren Häusern ausklopfen“, berichtet er. Nah am Haus der Familie Prenzler ist eine Feuerwehrzufahrt markiert. „Sogar die wird oft zugeparkt“, sagt Prenzlers Ehefrau Caroline.

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Wer tagsüber das Krankenhaus besucht, findet auf den beiden gebührenpflichtigen Parkflächen viele freie Plätze. Die erste halbe Stunde parken Patienten und Besucher dort zwar kostenfrei, für längere Parkzeiten wird dagegen eine Gebühr fällig. Eine Stunde kostet einen Euro, der Tageshöchstsatz beträgt acht Euro. „Die Gebühren orientieren sich an denen anderer Krankenhäuser in Hannover und dienen dazu, Anlage und Unterhalt der Parkplätze zu refinanzieren“, sagt Florian Grewe, Sprecher des Vinzenz-Verbundes in Hildesheim, zu dem die Klinik gehört.

Keine Probleme mit Langzeitparkern mehr

Vor dem Umbau der Flächen habe das Krankenhaus selbst Probleme mit Langzeitparkern gehabt, berichtet Grewe. Die Parkflächen standen jahrelang kostenfrei zur Verfügung. „Das führte dazu, dass der Parkplatz von Dauerparkern blockiert wurde, die nichts mit dem Krankenhaus zu tun hatten“, berichtet der Sprecher. Der gebührenpflichtige Parkplatz, den das Vinzenzkrankenhaus selbst bewirtschaftet, soll nun vor allem Patienten und Angehörigen zugute kommen. Wer wegen einer längeren Behandlung bleiben und parken muss, der bezahlt an jedem Tag den Höchstsatz. Für Mitarbeiter dagegen gebe es ein Kontingent an kostenlosen Parkplätzen, sagt Grewe.

Er hofft darauf, dass sich das Parkverhalten in den kommenden Monaten im Sinne von Anwohnern und Krankenhaus einspielen wird. Viele Nachbarn bezweifeln dies jedoch. Sie wollen eine andere Regelung - etwa eine Parkzone nur für Anwohner.

Dabei aber spielt die Stadt nicht mit.So etwas ließe sich allenfalls an reinen Wohnstraßen einrichten, die überwiegend von Anwohnern genutzt würden, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. „Dies trifft für die Lange-Feld-Straße nicht zu.“ Dass Krankenhausparkplätze bewirtschaftet würden, sei in Hannover üblich, ergänzt er. Der dadurch entstandene Parkdruck, so sehe es die Verwaltung, sei vertretbar.

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