Verhandlung nach Abberufung

Landgericht entscheidet: Martin Kind bleibt vorläufig Geschäftsführer von Hannover 96

Rund eine Stunde Beratung reichte aus: Am Dienstagnachmittag verkündete der Vorsitzende Richter am Landgericht Carsten Peter Schulze seine Entscheidung.

Rund eine Stunde Beratung reichte aus: Am Dienstagnachmittag verkündete der Vorsitzende Richter am Landgericht Carsten Peter Schulze seine Entscheidung.

Hannover. Martin Kind kann weiter Geschäftsführer der Hannover 96 Management GmbH bleiben – zumindest solange, bis das Landgericht Hannover in einer Hauptverhandlung über den eigentlichen Rechtsstreit entscheidet. Das gab die 7. Handelskammer des Landgerichts am Dienstagnachmittag bekannt.

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Der Vorsitzende Richter Carsten Peter Schulze entschied weiter, dass die Management GmbH Kind nicht aus dem Handelsregister streichen darf, andernfalls werde ein Ordnungsgeld fällig.

Außerdem gelte die Entscheidung nur, falls der Aufsichtsrat nicht in der Zwischenzeit Kind abberuft – oder die Satzung entsprechend ändert und die Gesellschafterversammlung dazu bevollmächtigt.

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Kind selbst war nicht im Gericht, sondern beriet sich vor und nach der Verhandlung mit seinen Berliner Anwälten Christian Stari und Stefan Hagen im Courtyard-Hotel am Maschsee. Die Gegenseite, also die Hannover Management GmbH, war vertreten durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Ralf Nestler, der in dem Rechtsstreit als sogenannter besonderer Vertreter der GmbH fungiert. Er wird von den Anwälten Daniel Laws und Alexander Busch der Kanzlei Baker Tilly aus Stuttgart beraten.

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Abberufung von Martin Kind: Wichtiger Grund weiter unklar

Der Hintergrund: Am 27. Juli hatte der Vorstand des Muttervereins Hannover 96 e.V. Martin Kind überraschend als Geschäftsführer der Hannover 96 Management GmbH abberufen – des Unternehmens also, das für das gesamte Profigeschäft von 96 zuständig ist. Gegen die Entscheidung klagt Kind. Er argumentiert, dass nur der Aufsichtsrat den Geschäftsführer bestellen und abberufen dürfe. Daher hatte er eine einstweilige Verfügung gegen seine Abberufung beantragt, über die nun entschieden wurde.

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Die Vereinsseite wiederum hatte „wichtige Gründe“ geltend gemacht, die ausnahmsweise auch entgegen der Satzung eine Abberufung möglich mache. Was diese Gründe sein könnten, darüber wurde in den vergangenen Wochen viel spekuliert, zumal der Verein sich nicht detailliert dazu äußerte. Vor Gericht hieß es nun, der Verein habe Kind im Jahr 2021 Weisungen erteilt – und diese Weisungen seien von ihm in gewichtiger Weise missachtet worden. Formal, so erklärte der Vorsitzende Richter, müsse in der Hautpverhandlung dann auch darüber befunden werden, ob Weisungen des Vereins gegenüber Kind überhaupt bindend sind oder nicht.

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Wie geht es nun weiter? Die Anwälte der Management GmbH werden Berufung gegen die richterliche Entscheidung einlegen. Über die Berufung wird das Oberlandesgericht Celle in einem Schnellverfahren innerhalb von einer Woche entscheiden. Die eigentliche Hauptverhandlung könnte möglicherweise in drei Wochen stattfinden. Dann erst wird ein Urteil darüber fallen, ob die Abberufung von Kinds wirksam ist oder nicht.

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