Mordfall Annika B.

Kripo erstellt Phantombild des Mörders

Die FH Hannnover hat ein Kondolenzbuch für die ermordete Annika Brill ausgelegt. Die Studentin Saskia Anna Martens am Kondolenzbuch.

Die FH Hannnover hat ein Kondolenzbuch für die ermordete Annika Brill ausgelegt. Die Studentin Saskia Anna Martens am Kondolenzbuch.

Hannover. Die Polizei will nun versuchen, anhand der Zeugenangaben ein Phantombild des Mörders zu erstellen, das schon in wenigen Tagen veröffentlicht werden könnte.

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Annika B. war am Sonntagabend gegen 19.15 Uhr direkt vor ihrem Wohnhaus in der Kohlrauschstraße mit mehren Messerstichen getötet worden. Die drei Zeugen hielten sich zu diesem Zeitpunkt an der Ecke Celler Straße / Kohlrauschstraße auf und waren somit nur wenige Meter vom Tatort entfernt. Gegenüber den Ermittlern der 15-köpfigen Mordkommission Annika gaben die drei Passanten an, dass plötzlich ein Mann auf sie zugerannt sei. Das Verhalten des Mannes sei ihnen zunächst nicht auffällig vorgekommen; erst als sie am Donnerstag aus der Zeitung erfuhren, dass die Polizei gezielt nach drei unbekannten Zeugen sucht, meldeten sie sich bei den Ermittlern und machten ihre Aussage. Eine Freundin der ermordeten 20-Jährigen hatte zuvor bereits ausgesagt, dass Annika B. verzweifelt um Hilfe gerufen hätte. Die beiden jungen Frauen sprachen gerade am Telefon, als der Täter angriff. Die Schreie der Studentin wollen die drei Passanten nicht gehört haben.

Die Polizei veröffentlichte den Fall am Mittwoch auf ihrer Seite im Online-Netzwerk Facebook. Seitdem haben mehr als 30 000 Internetnutzer die Informationen über den Fall Annika „geteilt“, also weiterverbreitet. Insgesamt gingen bei der Polizei 30 neue Hinweise ein, denen die Ermittler nun nachgehen. Details wollte die Polizeidirektion aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgeben.

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Annika B. war an der Fachhochschule Hannover (FHH) im Fach Elektro- und Informationstechnik eingeschrieben. Erst im September hatte die Mutter einer dreijährigen Tochter ihr Studium begonnen und die Ausbildung „so richtig genossen“, wie Mitarbeiter der FHH berichteten. Auf Wunsch der Studenten legte das Dekanat der Fachhochschule am Donnerstag ein Kondolenzbuch im Foyer aus. Daneben stand eine gerahmte Anzeige, die die Familie der Verstorbenen der Fachhochschule hatte zukommen lassen. „Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles und hält allem stand“, schreiben die Hinterbliebenen der jungen Frau. Die Nachricht, dass es sich bei der getöteten Annika B. um eine Kommilitonin handelt, sei bei den Studierenden mit Entsetzen aufgenommen worden. „Alle fragen sich, warum sie sterben musste. Und warum auf diese schreckliche Weise“, sagte ein Vertreter der Studierendenvertretung. Bislang hat auch die Kripo auf diese Fragen keine Antworten gefunden.

Nach wie vor wissen die Ermittler nicht, aus welchem Motiv heraus die junge Mutter am ersten Advent ihr Leben lassen musste. Die Tatwaffe ist noch nicht aufgetaucht. Inzwischen haben die Beamten die Videoaufzeichnungen aller Überwachungskameras in Tatortnähe, vor allem am und im Hauptbahnhof, ausgewertet – ohne Erfolg. Die Trauerfeier für Annika B. soll am Montag auf dem Stadtfriedhof Stöcken gehalten werden.

Vivien-Marie Drews und Tobias Morchner

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