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Herrenhausen

Kult-Kiosk steht noch immer leer

Der ehemalige kultige Kiosk von Liliane Korbach steht noch immer leer

Der ehemalige kultige Kiosk von Liliane Korbach steht noch immer leer

Herrenhausen.Zwei Zwischenstopps muss man mindestens einplanen, wenn man mit Liane Korbach über den Herrenhäuser Markt spaziert. Irgendjemand erkennt die ehemalige Betreiberin des kleinen Kiosks auf dem Marktplatz immer und spricht sie an. Korbach macht da gern mit, wechselt ein paar Worte über gemeinsame Bekannte und lässt diese grüßen, bevor sie weiterzieht. Der Kiosk war ihr erweitertes Wohnzimmer, sagt sie – 61 Jahre lang. Mehr als zwei Jahre ist es her, dass Korbach das Kioskhäuschen auf dem Marktplatz verlassen hat. Ihr Nachfolger Kazim Kelleci, der den Kiosk vom Pächter WGH mietete, blieb nur einige Monate in dem kleinen Gebäude mitten auf dem Marktplatz. Im Januar 2017 zog er mit seinem Köschk Tabak & Presse Shop in die von der WGH gebaute neue Ladenzeile auf dem Herrenhäuser Markt. Seitdem steht das Häuschen auf dem Marktplatz leer – und auch nach fast anderthalb Jahren ist unklar, wie es mit dem Kiosk weitergeht.

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Er plane keine Rückkehr in das Häuschen, sagt der heutige Kioskbetreiber Kelleci. Sein jetziges Geschäft ist fast doppelt so groß wie der ehemalige Korbach-Kiosk, er hat sein Angebot verändert, verkauft keine alkoholischen Getränke mehr, dafür Schreibwaren. Seit ein paar Wochen hat er außerdem eine Poststelle in seinem Laden aufgemacht.

Kioskbetreiber will nicht zurück

Die Geschäfte laufen gut: Für Kelleci gibt es keinen Grund, wieder Waren in dem momentan teilweise als Toilettenhäuschen genutzten Gebäudes auf dem Marktplatz zu verkaufen. Korbach kann die Entscheidung ihres Nachfolgers nachvollziehen. Sie sorgt sich allerdings um den Erhalt des Kiosks und ist enttäuscht vom Pächter, der WGH. Diese habe ihr versprochen, das Häuschen umzubauen. Dass das noch nicht geschehen ist, versteht Korbach nicht. Sie fürchtet, dass die Wohnungsgenossenschaft den alten Kiosk abreißen will.

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WGH plant „etwas Schönes“

Immerhin diese Befürchtung kann die WGH entkräften, viel präziser wird die Wohnungsgenossenschaft allerdings nicht, wenn es um den Kiosk auf dem Marktplatz geht. Man plane keinen Abriss, erklärte Lena Petresco von der WGH, sondern wolle „etwas Schönes“ aus dem Häuschen machen und sei derzeit mit der Stadt, vom der die WGH den Kiosk gepachtet habe, im Gespräch. Da der Köschk-Shop von Kelleci in unmittelbarer Nähe liege, sei ein zweiter Kiosk auf dem Markt unwahrscheinlich.

Markt fehlt ein Treffpunkt

„Schade“, sagt Korbach, als sie hört, dass es immer noch keine konkreten Pläne für das Häuschen gibt. Immer wieder sprächen sie Leute auf ihren alten leerstehenden Kiosk an. Dieser sei ein Treffpunkt auf dem Markt gewesen, sagt Korbach, der die täglichen Gespräche mit den Herrenhäusern in ihrem Kiosk manchmal fehlen. Und wer einmal mit ihr über den Markt läuft, der merkt: Andersherum ist es genauso.

Kommentar: Was braucht der Marktplatz? 

Hand aufs Herz: Wirklich schön sieht der alte Kiosk auf dem Herrenhäuser Markt nicht aus. Dennoch hängen so manche Anwohner an dem Büdchen, mit dem sich viele Erinnerungen verknüpfen. Der Kiosk diente jahrzehntelang als Treffpunkt für die Nachbarn, was auch viel mit der kommunikativen Art der langjährigen Betreiberin Liane Korbach zu tun hat. Das kleine schlichte Bauwerk ist aber auch ein Überbleibsel aus einer viel kargeren Zeit, eine Erinnerung daran, dass unser Lebensstil nicht selbstverständlich ist. 

Es steht damit in Kontrast zur neu gestalteten, modernen Umgebung am Markt. Was die Wohnungs-Genossenschaft Herrenhausen wohl mit dem Kiosk plant? Denkbar ist vieles: Ausstellungsraum für Künstler, Treffpunkt, Café, Geschichtsladen. Es bleibt spannend.

Von Bärbel Hilbig

Von Nadine Wolter

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