Rathausaffäre

Kulturhauptstadt-Bewerbung: Härke gibt Verantwortung ab

Kulturdezernent Harald Härke (re.) hatte erst kürzlich Oeds Westerhof als neuen Berater für die Kulturhauptsstadt-Bewerbung nach Hannover geholt. Jetzt gibt Härke die Verantwortung für die Bewerbung ab.

Kulturdezernent Harald Härke (re.) hatte erst kürzlich Oeds Westerhof als neuen Berater für die Kulturhauptsstadt-Bewerbung nach Hannover geholt. Jetzt gibt Härke die Verantwortung für die Bewerbung ab.

Hannover. Kulturdezernent Harald Härke will nicht mehr für die Bewerbung Hannovers um den Titel Kulturhauptstadt verantwortlich sein – zumindest vorerst. In einem persönlichen Schreiben an Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD), das der HAZ vorliegt, bittet Härke darum, bis zum Abschluss möglicher strafrechtlicher Verfahren gegen ihn die Zuständigkeit für die Bewerbung abzugeben. „Der Oberbürgermeister hat sich zu meinem Angebot noch nicht geäußert. Ich nehme aber an, dass er der Bitte entsprechen wird", sagt Härke gegenüber der HAZ.

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So einfach ist es aber nicht, meint die Stadtverwaltung. Denn wenn Härke die Zuständigkeit für die Kulturhauptstadtbewerbung abgibt, ändere sich auch der Dezernatszuschnitt. „Und dieser müsste vom Rat beschlossen werden“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Dahinter steckt folgendes: Wenn der Kulturdezernent die Kulturhauptstadtbewerbung nicht mehr vorantreiben will, muss das eigens gegründete Kulturhauptsstadtbüro einem anderen Dezernat zugeordnet werden. Dazu ist in der Tat ein Ratsbeschluss nötig. Schostok werde sich mit den Fraktionschefs sowie dem Vorsitzenden des Kulturausschusses und den kulturpolitischen Sprechern beraten, sagt Möller.

Gegen Härke läuft ein Disziplinarverfahren, das erst kürzlich erweitert wurde. Dem Kulturdezernenten wird vorgeworfen, interne Verwaltungsunterlagen gezielt an Politiker verteilt zu haben. Strafanzeige haben der Geschäftsbereichsleiter des OB, Frank Herbert, sowie die Stadt Hannover erstattet. Dabei geht es um Informationen über Gehaltszulagen für Herbert, die Härke angeblich dazu benutzt hat, um Herbert in Misskredit zu bringen. Inzwischen bestehen massive Zweifel, ob die Zulagen für den OB-Geschäftsbereichsleiter rechtskonform sind. Die Kommunalaufsicht, eine Landesbehörde, fordert Aufklärung von der Stadtverwaltung.

Erst kürzlich hat sich die Stadt den niederländischen Kulturmanager Oeds Westerhof als Berater geholt, um die Kulturhauptstadt-Bewerbung voranzutreiben. Mit ihm zusammen soll jetzt eine Bewerbungsmappe erarbeitet werden.

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Von Andreas Schinkel und Karl Doeleke

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