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Faustgelände in Hannover-Linden

Kunsthalle zeigt Feuerkunst von Kindern

Tilman Gerth und Nele Langhorst haben Schüler beim Herstellen von „Feuerkunst“ betreut.

Tilman Gerth und Nele Langhorst haben Schüler beim Herstellen von „Feuerkunst“ betreut.

Linden-Limmer.Mit Feuer lassen viele Eltern ihre Kinder nur ungern hantieren. Umso faszinierender war es für die 150 Fünftklässler am Gymnasium Limmer, als sie im Juni in einem Kunstworkshop an der Kunsthalle Faust genau das ausprobieren durften. Die Ergebnisse sind jetzt in der Ausstellung „Brennwerte (Brandklass 5)“ zu sehen: Vulkane, Landschaften, eine Frau im Regen oder auch die „drei warmen Brüder“, das Lindener Heizkraftwerk. In Kleingruppen haben jeweils fünf Schüler gemeinsam die expressiven großformatigen Bilder mit Kerzenrauch und Wachstropfen gestaltet. In mancher Leinwand prangt jetzt auch, absichtlich, ein Loch. Mit der Fumage-Technik, dem Malen mit Ruß und Rauch, wandelten die Kinder durchaus auf den Spuren berühmter Künstler.

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In anderen Gruppen entstanden sensible Porträtfotos. Die Kinder nahmen sich gegenseitig im Dunkeln auf, nur erleuchtet durch eine Kerze in der Hand. Das Motiv lehnt sich an ein im 16. und 17. Jahrhundert gängiges Thema in Gemälden an. Um die Zerstörungskraft des Feuers geht es im zweiten Ausstellungsraum. Auf allen Wänden laufen Videos, in denen Spielzeug ein Fraß der Flammen wird.

Damit die Kinder mit Feuer Kunst machen konnten, galten strenge Regeln. „Jeder hatte zu Anfang ein eigenes Feuer und musste strikt darauf aufpassen“, berichtet Kunsthallen-Kurator Harro Schmidt. Lehrer und weitere Betreuer hatten zuvor eine Schulung bei Künstler Kain Karawahn absolviert, der das Lernmodell „Feuer für Kitas und Schulen” entwickelt hat. Um die Kleingruppen aus fünf Schülern kümmerte sich dann im Workshop jeweils ein Betreuer.

„Es war toll, wie selbstständig und verantwortlich die Kinder sich in die Arbeit gestürzt haben“, lobt Pädagogik-Studentin Nele Langhorst. Wie gebannt seien die Schüler vom Feuer gewesen, berichtet der angehende Sozialarbeiter Tilman Gerth, ebenfalls als Betreuer in Einsatz. Ein Mädchen sei zunächst vor dem Umgang mit Kerzen zurückgeschreckt. „Am zweiten Tag hat sie sich von den Mitschülern mitziehen lassen und war glücklich, ihre Angst zu verlieren.“ Finanziert haben den rund 20.000 Euro teuren Workshop Stadt, Region, Bezirksrat Linden-Limmer und die Schule.

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Die Ausstellung ist noch bis 8. Juli in der Kunsthalle, Zur Bettfedernfabrik 3, zu sehen. Geöffnet ist Donnerstag und Freitag von 16 bis 20 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 3 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Von Bärbel Hilbig

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