HAZ-Forum

Maschseefest: Anwohner fordern Verkürzung wegen Lärms – Regionspräsident Krach lehnt ab

Was ist mit dem Recht auf Ruhe in einer Großstadt? Darüber sprachen Michael Oehlerking (von links), Michael Zeitvogel vom Lärmschutzforum, Regionspräsident Steffen Krach, Wirtschaftsförderin Doris Petersen, Konzertveranstalter Michael Lohmann und Maschseefest-Cheforganisator André Lawiszus am Dienstagabend beim HAZ-Forum am Maschsee.

Was ist mit dem Recht auf Ruhe in einer Großstadt? Darüber sprachen Michael Oehlerking (von links), Michael Zeitvogel vom Lärmschutzforum, Regionspräsident Steffen Krach, Wirtschaftsförderin Doris Petersen, Konzertveranstalter Michael Lohmann und Maschseefest-Cheforganisator André Lawiszus am Dienstagabend beim HAZ-Forum am Maschsee.

Hannover. Tag der Niedersachsen, Schützenfest, Maschseefest, Stadionkonzerte – alles in Hörweite der Südstadt, dazu kommen viele Veranstaltungen an anderen Orten Hannovers wie die Ideen-Expo samt kostenloser Konzerte und zahlreiche Musikfestivals von der Fête de la Musique bis zur Masala-Reihe. Die Menschen freuen sich wieder über Veranstaltungen nach der Pandemiepause, aber was bedeutet das für die Anwohner, die vieles nur als Lärm empfinden? Dieses Thema wird seit Jahren kontrovers in Hannover diskutiert.

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Anwohner in der hannoverschen Südstadt wollen Verkürzung des Maschseefestes

Wann aus kulturellem Stadtleben und Tourismusförderung einfach nur noch Lärmbelästigung wird, war am Dienstagabend Thema beim HAZ-Forum direkt am Maschsee im Biergarten. „Es kann nicht sein, dass in manchen Häusern zum Maschseefest 60 Prozent der Bewohner verreisen, weil es ihnen zu laut ist“, sagt Michael Zeitvogel vom Forum Lärmschutz, das sich seit Jahren für weniger Lärm beim Maschseefest einsetzt. Er engagiert sich für eine Verkürzung der derzeit fast dreiwöchigen Veranstaltung.

Eine solche Verkürzung sei aber für die Gastronomen aus wirtschaftlichen Grünen nicht tragbar, meint Maschseefest-Projektleiter André Lawiszus von der Hannover Veranstaltungs GmbH (HVG), die das Fest ausrichtet. Denn in die Stände werde viel Geld investiert, das dann auch wieder in die Kasse kommen müsse. Das sieht auch Michael Lohmann von Hannover Concerts so. „Bei einer Verkürzung schläft das Fest nach und nach ein“, sagt er.

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Das HAZ-Forum zum Lärm beim Maschseefest

In Hannover reiht sich derzeit eine Großveranstaltung an die nächste. Doch wann wird aus viel Stadtleben zu viel? Und wer denkt an die Anwohner und ihrem Recht auf Ruhe? Die HAZ hat darüber am Maschsee diskutiert.

Krach: Maschseefest muss attraktiv bleiben

Für Regionspräsident Steffen Krach (SPD) ist das allerdings kein Thema. Denn die Party am See sei immens wichtig für die Attraktivität der Region Hannover. Es gebe sicherlich eine Möglichkeit, das Maschseefest weiterhin attraktiv für Besucherinnen und Besucher sowie für Gastronomen zu gestalten und gleichzeitig akzeptabel für die Anwohner. „Wenn alle die Regeln einhalten, kommen wir zu einer guten Lösung, die auch das Fest attraktiver macht“, betont der Regionspräsident.

Veranstaltungen wie das Maschseefest hätten auch eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Region Hannover, erläutert die Geschäftsführerin der Wirtschaftsfördergesellschaft Hannover Impuls, Doris Petersen. Das Maschseefest ist die größte Feier an einem See in Deutschland, Gäste kommen sogar aus dem Ausland, um die besondere Stimmung am Maschsee zu erleben.

„Lärmsituation hat sich verbessert“

Aus Sicht von Akkustikexperte Michael Oehlering hat sich die Lärmsituation in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Das liege an verfeinerten Lärmmessungen und und an der verbesserten Technik, sagte er in den von HAZ-Redakteur Jan Sedelies geleiteten Debatte.

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Einigen Anwohnern reicht das allerdings nicht. Ein Südstadtbewohner wünscht sich deshalb von Regionspräsident Krach einen Tausch der Wohnung während des Festes.

Von Mathias Klein

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