Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Neubaugebiet

Mehr Vielfalt für Kronsrode: Am Kronsberg entstehen City-Maisonettes und Townhouses

Helle Architektur am Stadtteilplatz im Norden des neuen Kronsberg-Quartiers: Der siegreiche Entwurf von Christoph Mäckler Architekten aus Frankfurt.

Helle Architektur am Stadtteilplatz im Norden des neuen Kronsberg-Quartiers: Der siegreiche Entwurf von Christoph Mäckler Architekten aus Frankfurt.

Bemerode/Kronsberg.Schlag auf Schlag geht es voran bei der Vorbereitung von Hannovers größtem Wohnbaugebiet am Kronsberg. Erneut wurden jetzt Siegerentwürfe aus Architektenwettbewerben vorgestellt, diesmal aus dem Nordteil des Quartiers. Die hessische GWH, die in diesem Areal federführend für die Bebauung ist, legt dabei Wert auf eine große Vielfalt der Wohn- und Lebensstile – eine Besonderheit. Der Schwerpunkt der 1200 Wohnungen werden zwar Etagen-Mietwohnungen sein, gut ein Viertel davon gefördert. Zusätzlich sind aber neben dreigeschossigen Stadthäusern (sogenannte Townhouses), wie man sie aus dem Zooviertel kennt, auch Dutzende Maisonettewohnungen geplant, die sich in den Mehrfamilienhäusern über zwei Etagen erstrecken und im Erdgeschoss eigene Wohnungseingänge haben. Man wolle damit einer große Bandbreite an Bewohnern eine Heimat bieten, sagte GWH-Geschäftsführer Christian Wedler.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Am Kronsberg nicht nur Etagenwohnungen, sondern auch Maisonettes und Stadthäuser

Der Schwerpunkt der Entwürfe lag diesmal auf den Wohnvierteln, die am Nordwestrand des Neubaugebiets entstehen – direkt neben der Stadtbahntrasse und mit Blick auf das Gewerbegebiet nahe der Messe. Die deshalb nötigen Lärmschutzauflagen seien „sicherlich eine Strapaze“ für die Architekten gewesen, räumte Stadtbaurat Uwe Bodemann ein. Große Glaswände sollen den Lärm zwischen den Häusern fernhalten. Wo die Mauern direkt an die Stadtbahngleise grenzen, dürfen keine Wohn- und Schlafräume geplant werden. „Ausgerechnet zum Westen keine Wohnzimmer und Balkone bauen zu können ist besonders misslich“, sagte Architekt Reinhard Mayer vom Berliner Büro Lorenzen Mayer. An den Plänen, die jetzt bis zum 28. Juni im Bauamt neben dem Neuen Rathaus werktags zu besichtigen sind, lässt sich aber ablesen, wie kreativ die Planer mit der Aufgabe umgegangen sind.

Harte Außenwände, grüne Innenhöfe

BKSP aus Hannover etwa hat eine „feste Schale mit grünem Kern“ entwickelt, wie Architekt Thomas Obermann sagt: Der Gebäudeblock hat im Inneren eine Gartenlandschaft. Dorthin sind auch die großen Fensterfronten ausgerichtet. Reinhard Lorenzen aus Berlin dagegen hat ein „Mäander“ aus zwei verschalteten Gebäuden gebaut und schützt auch die entstehenden Höfe mit den fünfgeschossigen Glaswänden. Für die hannoversche Agsta zeigt Architekt Schulte einen fein gegliederten Innenhof samt Regenwasserführung zu einem Teich. Aus der am Kronsberg üblichen roten Backsteinarchitektur ragt optisch das Gebäude von Christoph Mechler am zentralen Stadtteilplatz hervor, das einen helleren Stein verwendet, vor allem aber mit Vorsprüngen, Logien und großen Rundungen im Innenhof arbeitet. „Ich habe mich bemüht, jedem Haus eine Nische zu geben“, sagt Mäckler, dessen Büro sich bemüht, die Grundrissstrukturen gewachsener Städte aufzunehmen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Es sind große Namen der deutschen Architekturelite unter den Gewinnern, außer Mäckler auch Stefan Forster aus Frankfurt und Zvonko Turkali, der sein Büro zwar in Frankfurt hat, aber in Hannover an der Uni lehrt. Alle gaben sich voll des Lobes für die Stadtbaukultur in Hannover mit ihren intensiven Wettbewerben. „Wunderbar, dass hier klar vorgeschrieben wird, dass mit echten Backsteinen gearbeitet wird statt mit vorgeklebten Riemchen“, sagte Mäckler. Das sei erstens nachhaltiger, zweitens ermögliche es, den Backstein auch in feinen Abstufungen zu legen.

Uwe Bodemann: „Wohnungen nicht als Handelsgut“

Stadtbaurat Uwe Bodemann lobte, dass die Projektträgerin GWH „Wohnungen nicht als Handelsgut“ sehe, sondern sie selbst behalten und vermieten wolle. „Das ist heute angesichts von immer mehr Investorenbauten, in denen es vor allem um Rendite geht, nicht mehr üblich“, sagte Bodemann. Dem künftigen Wohngebiet am Kronsberg komme es zugute.

Die Entwürfe sind bis zum 28. Juni werktags im Baudezernat westlich vom Neuen Rathaus zu sehen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Lesen Sie auch diese Texte:

Oktober 2018: Deshalb heißt das neue Wohnquartier Kronsrode

Januar 2019: Erste Wohngebäude für Kronsrode entworfen

Von Conrad von Meding

Mehr aus Hannover

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.