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Weltweit spitzenklasse

MHH ist bundesweit sicherste Klinik für Bypassoperation

Eine arterielle Bypassoperation ist an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) so sicher wie nirgendwo sonst in Deutschland. Keiner der 246 Patienten, die im vergangenen Jahr in der Hochschulklinik mit einem arteriellen Bypass versorgt wurden, ist im Zuge des Eingriffs gestorben. Auch weltweit habe das keine andere Klinik geschafft, sagt MHH-Herzchirurg Prof. Axel Haverich.

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Bezogen auf alle Formen der Bypassoperationen steht die MHH im bundesweiten Vergleich ebenfalls äußerst erfolgreich da: Die Sterblichkeitsrate lag nur bei 1,1 Prozent – der Durchschnittswert an deutschen Kliniken beträgt laut Statistik der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie 2,8 Prozent.

Bei Bypassoperationen werden verengte Herzkranzgefäße, die einen Infarkt zur Folge haben können, durch Venen oder Arterien überbrückt, die dem Patienten zuvor entnommen wurden. „Wir freuen uns, dass wir mit unseren verbesserten Operationsergebnissen auch zur rückläufigen Sterblichkeit beitragen können“, sagte Haverich. Er führt die Erfolge der MHH bei diesen Eingriffen auf das „ausgezeichnete Zusammenspiel“ der Herzchirurgen mit den Kardiologen, den Anästhesisten und dem Pflegeteam der Hochschulklinik zurück.

In einem eng aufeinander abgestimmten Team werde genau ermittelt, welche individuelle Therapie für einen Patienten infrage komme – ob der operative Eingriff nötig ist oder ob es ausreicht, die verengten Gefäße durch einen Herzkatheter zu erweitern und mit implantierten Gefäßstützen (Stents) zu stabilisieren. „Eine solch intensive Kooperation auch bei der Vor- und Nachsorge in der Krankenpflege ist an deutschen Kliniken kein Standard.“ So gebe es zum Beispiel regelmäßige Fortbildungen für das Pflegepersonal.

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Insgesamt führten Haverich und sein Team im vergangenen Jahr bei 918 Patienten Bypasseingriffe durch. Der Großteil erhielt Bypässe, für die Venen aus den Beinen des Erkrankten verwendet wurden – ein seit rund 30 Jahren etablierter Eingriff. Bei 246 Behandelten wurden dagegen patienteneigene Arterien eingesetzt, die aus den Armen stammen und deutlich haltbarer sind. Diese Alternative nutzen die MHH-Operateure seit rund zehn Jahren.

Bei den venösen Bypassoperationen an der MHH kam es im vergangen Jahr zu zehn Todesfällen, vorwiegend in einer akuten Situation. Wurden ausschließlich arterielle Bypässe eingesetzt, überlebten alle Patienten den Eingriff. Auch die Langzeitbilanz ist bei dieser Form der Bypässe deutlich besser: 85 bis 90 Prozent der arteriellen Bypässe sind nach zehn Jahre noch vollständig geöffnet, bei den venösen Bypässen sind es nur 20 bis 30 Prozent. Allerdings ist es für die Operateure im Akutfall nicht möglich, auf Arterien zurückzugreifen, weil es länger dauert, diese zu entfernen, und der Blutfluss anfangs zu gering ist.

Haverich schätzt, dass die Zahl der arteriellen Bypassoperationen binnen zwei bis drei Jahren an der MHH deutlich steigen wird. „Dieses Verfahren hat Zukunft“, sagt er. Um es auch Herzkranken zu ermöglichen, deren Armarterien dafür ungeeignet sind, setzt der MHH-Professor auf die Züchtung von Gefäßen im Labor. Tierversuche mit Schafen hätten bereits vielversprechende Ergebnisse erbracht, sagt er.

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