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Gesundheit

MHH: Minister favorisiert Standort Stadtfelddamm

Vier Jahre lang stand das neu gebaute Zentrallabor wegen Planungsfehlern leer.

Vier Jahre lang stand das neu gebaute Zentrallabor wegen Planungsfehlern leer.

Hannover.Wissenschaftsminister Björn Thümler favorisiert für die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) einen kompletten Neubau am Stadtfelddamm. Bei der Feierstunde zur Eröffnung des Zentrallabors bezeichnete der CDU-Politiker einen Bau innerhalb des bisherigen MMH-Geländes an der Karl-Wiechert-Allee als „nicht ganz optimale Lösung“. Eine Entscheidung über den Standort soll im 1. Quartal kommenden Jahres fallen, dann liegt das vom Land in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten vor.

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Für die neue MHH stünde auch mehr Geld als die bisher bereit gestellte eine Milliarde Euro zur Verfügung, betonte Thümler. Das jetzt in Betrieb genommene Zentrallabor sei der „Beginn der baulichen Erneuerung der MHH“.

Die neue Laborstraße läuft rund um die Uhr auch an Wochenende und arbeitet größtenteils automatisiert. Dort sind 140 Mitarbeiter beschäftigt. Die Technik erlaubt die Bestimmung von 1500 Parametern. Dort werden zentral für die gesamte MHH täglich 3000 Proben, vor allem Blut und Urin, untersucht.

Über 500.000 Patienten pro Jahr

Der Start war bescheiden: Vor 52 Jahren war die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) in den Räumen der Tierärztlichen Hochschule Hannover gegründet worden. Anlass dafür war der Ärztemangel Anfang der Sechzigerjahre.

Die Hochschule startete mit 14 Studenten, derzeit sind es mehr als 3000. In 90 Stationen gibt es rund 1500 Betten. Rund 60.000 stationäre Patienten pro Jahr werden in den Kliniken von etwa 7600 Mitarbeitern betreut, hinzu kommen etwa 450.000 ambulante Behandlungsfälle. Die Transplantationsforschung und Transplantationen sind Schwerpunkte der MHH.mak

 

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Die Kosten für den Neubau liegen bei 33,4 Millionen Euro. Die Laborausstattung hat 1,8 Millionen Euro gekostet, der neu installierte Gerätepark hat einen Wert von mehr als sechs Millionen Euro.

Das Zentrallabor war im Jahr 2014 Euro fertig gestellt worden. Allerdings konnte der Betrieb dort zunächst nicht aufgenommen werden, weil es Probleme bei der Stromversorgung des Gebäudes gab. Ursache dafür waren Planungsfehler. Offenbar war die vorgesehene Kapazität für die Notstromaggregate viel zu gering. Im Fall eines Stromausfalls hätte die Notstromkapazität nicht gleichzeitig für die in dem Gebäude nötige Lüftung und Kühlung ausgereicht. MHH-Präsident Prof. Christopher Baum sprach bei der Feierstunde von einer „Verkettung unglücklicher Ereignisse“.

Das staatliche Baumanagement und die MHH gaben sich gegenseitig die Schuld für die Planungsfehler. Die Kosten für den Leerstand hatten Insider auf 300.000 Euro pro Jahr beziffert. Die Planungsfehler hatten in der Landespolitik für erheblichen Wirbel gesorgt. Minister Thümler hatte in seiner Zeit als CDU-Fraktionschef wegen der Bauprobleme kritische Anfragen an die damalige Landesregierung gestellt.

Die mehrjährige Verzögerung sei auch ein Vorteil gewesen. Dadurch konnten an machen Stellen erst kürzlich entwickelte Geräte und Konzepte in die Abläufe des Labors integriert werden, sagte der Vorsitzende des Zentrums für Labormedizin, Prof. Thomas Schulz. MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg sagte, für künftige Bauten hätten die Beteiligten eins gelernt: „Die Verantwortung für die Planung, die Bauaufsicht und den späteren Betrieb muss in einer Hand liegen.“

Von Mathias Klein

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