Nordstadt

Mieter für Prachtbau in Sicht

Möglicherweise wird bald ein neues Kapitel in der wechselvollen Geschichte der noblen Sprengel-Villa an der Nienburger Straße gegenüber der Herrenhäuser Gärten aufgeschlagen: Der Eigentümer Fritz Hein, der das Schmuckstück der Nordstadt liebevoll restauriert hat, verhandelt zurzeit mit einem neuen Mieter. Einzelheiten möchte er vor Dezember nicht bekanntgeben. Es sei nicht einfach, einen Interessenten zu finden, erläutert der Zahnarzt. Denn nicht nur die Fassade, sondern auch das Innere der Sprengel-Villa mit der Hausnummer 14A und des Nachbargebäudes Nummer 15 stünden unter Denkmalschutz. Die meisten Firmen legten aber auf eine flexible Raumgestaltung wert.

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Den Gedanken, selbst in eins der schönsten Wohnhäuser der Stadt einzuziehen, hat er nie ernsthaft verfolgt. „Mit dem Keller hat jedes Gebäude rund 850 Quadratmeter Fläche“. erläutert Hein. „Das ist nicht gerade wenig für eine Familie, und die Räume müssen ja auch unterhalten werden.“ Vor fünf Jahren hatte der Zahnarzt eine Räumungsklage gegen die dubiose Immobilienfirma „Hurricane“ gewonnen, die mit der Miete erheblich im Rückstand war. Seitdem stehen die holzvertäfelten Räume hinter Türen mit Intarsienarbeiten in neobarockem Stil leer. Mehr als 40 Jahre dienten die verwinkelten Gebäude dem Sozialgericht als Domizil, bis die räumliche Enge schließlich unerträglich wurde und sich das Land von den damals stark renovierungsbedürftigen Villen mit den undichten Dächern trennte. „Im Jahr 2000 gab es eine öffentliche Ausschreibung“, berichtet Hein. Der Kaufpreis betrug 2,3 Millionen Euro.

Das Haus Nienburger Straße 14 A hatte der Fabrikant August Sprengel im Jahr 1895 von einem nicht mehr bekannten Architekten errichten lassen. Ein dreigeschossiger Eckturm mit Balustradenumgang und ein großer, geschweifter Zwerchgiebel sind Markenzeichen dieses Gebäudes geblieben. Im Jahr 1940 ging es in den Besitz des Deutschen Reiches über. Die etwas ältere Nachbarvilla, die sich Karl Haake - ein ehemaliger Klavierbaumeister - 1886 errichten ließ, wurde später ebenfalls an das Land Niedersachsen verkauft. Beide Häuser sind baulich mit einem Glasfoyer verbunden.

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