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„Gender Star“

Mit Sternchen: So soll Verwaltungssprache geschlechtergerecht werden

Seit dem 1. Januar wird das dritte Geschlecht im Personenstandsregister geführt.

Seit dem 1. Januar wird das dritte Geschlecht im Personenstandsregister geführt.

Hannover. Hannovers Stadtverwaltung gibt eine neue „Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ heraus. Das hat Stadtsprecherin Ulrike Serbent am Freitag mitgeteilt. Damit soll statt der bisher meist verwendeten Innen-Formulierung, etwa bei „MitarbeiterInnen“, möglichst häufig eine neutrale Formulierung („Studierende“ statt Studentinnen/Studenten) verwendet werden oder, wo das nicht geht, neuerdings das Sternchen. Dieser sogenannte Gender-Star (englisch für Geschlechts-Sternchen) solle der Vielzahl geschlechtlicher Identitäten Rechnung tragen, also auch die Menschen miteinbeziehen, die sich weder als Frau noch als Mann identifizieren. Im vergangenen Jahr waren von 8612 Geburten 4409 Jungen, 4200 Mädchen und drei Menschen unbestimmten Geschlechts. Bei der Stadt heißt es, die neue Sprachregelung entspreche „neuer Gesetzgebung, nach der seit dem 1. Januar das dritte Geschlecht im Personenstandsregister geführt wird“. Die Empfehlung ist für sämtlichen Schriftverkehr der Verwaltung wie E-Mails, Broschüren, Drucksachen und Formulare verbindlich.

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Redepult statt Rednerpult

Nach der neuen Empfehlung werden aus den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Teilnehmenden. Das Rednerpult wird zum Redepult, der Betroffene zur betroffenen Person und die Wählerliste zur Wählendenliste. Nicht alles wird einfacher. Die Verwaltung will etwa die Formulierung „die Bauleiterin oder der Bauleiter“ variieren in „wer die Bauleitung innehat“. Die Änderung sei „ein wichtiges Signal und ein weiterer Schritt, alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht anzusprechen“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok.

Ist eine geschlechtsumfassende Formulierung wie Lehrende (statt Lehrer) nicht möglich, komme der Gender-Star „als Darstellungsmittel aller sozialen Geschlechter“ zum Einsatz. Aus Kolleginnen und Kollegen werden im städtischen Beispiel Kolleg*innen – allerdings hätte man auch „Mitglieder des Kollegiums“ schreiben können. „Beim Vorlesen wird der Gender-Star durch eine kurze Atempause gekennzeichnet. Er ersetzt das bisher verwendete Binnen-I“, erklärt die Verwaltung in einer Mitteilung vom Freitag.

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Mit Zustimmung des Oberbürgermeisters und der Dezernent*innenkonferenz (dieses Wort ist das erste mit Gender-Stern versehene in einer städtischen Mitteilung) löse die neue Regelung die aus dem Jahr 2003 stammende „Empfehlung für eine zeitgemäße, Frauen und Männer angemessen berücksichtigende Verwaltungssprache“ ab. Die neue Empfehlung haben der Gesamtpersonalrat, die Personalentwicklung, das Referat für Frauen und Gleichstellung, die Beauftragte für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sowie der Bereich Kommunikation der Landeshauptstadt erarbeitet.

Mehrere Kommunen, der Stadtstaat Berlin, Hochschulen sowie die Partei Die Grünen präferieren die neue Sternchenschreibweise schon länger. Eine Verpflichtung gibt es aber nicht, schon gar nicht für Privatleute. Ein Antrag an den Rechtschreiberat, gestellt von einer Mitarbeiterin der Berliner Senatsverwaltung, das Sternchen in die Rechtschreibregeln aufzunehmen, blieb im November ohne Empfehlung .

Die ab sofort gültigen Regeln und Beispiele stehen als Faltblatt und zum Herunterladen unter www.gleichstellungsbeauftragte-hannover.de zur Verfügung.

Von Johanna Stein

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