Brauerei soll mehr produzieren

Mitarbeiter sehen Gilde-Verkauf positiv

Neue Perspektiven für die Gilde? Im Brauhaus in der Südstadt keimt seit gestern wieder Hoffnung.

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Hannover. Der bisherige Besitzer ABInbev verkauft Gilde an die TCB Beteiligungsgesellschaft in Brandenburg sowie an den Biermanager Holger Bock.

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Die hannoversche Brauerei ist längst nicht ausgelastet. Sie kann 1,5 Millionen Hektoliter im Jahr produzieren, bringt es aber derzeit nur auf 300.000 Liter. Der Betriebsratsvorsitzende Weinz sagte, der neue Eigentümer könne die lokalen Marken Gilde Pilsener, Gilde Ratskeller und Lindener Spezial wieder stärken.

Die Belegschaft war in einer Betriebsversammlung über die Entwicklung informiert worden. "Über Löhne und Gehälter ist noch nicht geredet worden, aber wir erwarten, dass sich die neuen Besitzer an die Tarifverträge halten", sagt Weinz. ABInbev ist eine von nur noch drei Braustätten in Niedersachsen, die dem Flächentarifvertrag angehören.

Die TCB Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Frankfurt/Oder, zu der auch das Frankfurter Brauhaus zählt, übernimmt „in Kooperation“ mit dem früheren geschäftsführenden Gesellschafter des Konkurrenten Herrenhäuser, Holger Bock, die Brauerei an der Hildesheimer Straße. Das sagte Bock am Donnerstagabend der HAZ.

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Unterschrieben ist noch nichts

Ganz ist der Deal allerdings noch nicht in trockenen Tüchern. Noch sei nichts unterschrieben, aber man stehe kurz vor dem Abschluss, erklärte Bock. Zunächst müsse sich die Stadt noch mit der Gilde-Mutter über die Aufhebung des Standortsicherungsvertrages einigen.

„Wir hoffen in Kürze auf ein positives Ergebnis“, sagte Bock. Zum Kaufpreis wollte sich der 48-Jährige nicht äußern. In der Branche ist die Rede von rund 15 Millionen Euro.

Anheuser Busch InBev hatte die Marke Gilde nach der Übernahme des Unternehmens 2002 quasi am langen Arm verhungern lassen. Interessiert war der Biermulti (Beck´s, Stella Artois) vor allem an der damaligen Gilde-Tochter Hasseröder. Insgesamt ließ sich InBev die Übernahme weit über 500 Millionen Euro kosten. Seither ging es mit der Gilde bergab. Die Zahl der Mitarbeiter schrumpfte. Immer wieder gab es Spekulationen über eine Schließung des Traditionsunternehmens.

Seither ging es mit der Gilde bergab. „Wir werden den Ausstoß wieder hochbringen“, prophezeit der Biermanager jetzt optimistisch. Gilde sei eine „tolle Marke“ und habe immer noch ein gutes „Standing in ganz Niedersachsen“.

Erreichen wollen die neuen Herren das, indem sie wieder Kunden für die Marke Gilde zurückgewinnen wollen. Außerdem soll laut Bock ein Teil des Ausstoßes vom Frankfurter Brauhaus nach Hannover verlagert und der Export angekurbelt werden. Für die Beschäftigten ist das eine gute Nachricht: „Wir werden sogar neue Mitarbeiter einstellen.“

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Von Carola Böse-Fischer und Bernd Haase

Großer Zusammenschluss

TCB Beteiligungsgesellschaft wurde 2001 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Frankfurt (Oder). 2003 kaufte die Holding das auf Dosen spezialisierte Frankfurter Brauhaus, das wegen der Einführung des Dosenpfands vor dem Aus stand.

Fast 20 Millionen Euro investierte man mit Landeshilfe in eine neue PET-Einwegflaschenanlage und rettete den Standort vor der Pleite. Daneben gehört seit 2006 die Brauerei Champigneulles in Frankreich zur Gruppe. 2011 übernahm die TCB von Carlsberg auch die Feldschlösschen-Brauerei in Dresden. Zusammen werden von allen drei Standorten nach Angaben des Unternehmen 10 Millionen Hektoliter Bier jährlich produziert. sag

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