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Museum August Kestner

Modernes Kunsthandwerk traf auf Antikes

Sabine Stasch (r.) berät zwei Kundinnen - ihre in Herrenhausen erschaffenen Kopfbedeckungen entstehen aus ganz verschiedenen Materialien.

Sabine Stasch (r.) berät zwei Kundinnen - ihre in Herrenhausen erschaffenen Kopfbedeckungen entstehen aus ganz verschiedenen Materialien.

Hannover. Die aus dem Schwarzmeergebiet stammende Kette aus verschiedenartigem Glas, die in einer Vitrine im Museum Ernst August zu finden ist, ist nicht zu verkaufen. Sie stammt aus dem 4. bis 1. Jahrhundert vor Christus, genauer lässt sich das nicht bestimmen. Doch fand man an diesem Wochenende zwischen den antiken Objekten im kulturgeschichtlichen Museum am Trammplatz auch neun Stände mit Ketten, Ringe und Broschen, die durchaus käuflich waren. Die Arbeitsgruppe Kunst-Handwerk-Design Hannover (AKH) präsentierte ausgefallene Dinge aus den Bereichen Holz, Stein und Leder sowie Papier, Textil und Schmuck, und 2000 Besucher schauten sich die Ausstellung an.

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33 Teilnehmer aus Norddeutschland sowie aus Städten wie Dresden und Dortmund waren dieses Jahr dabei, zum vierten Mal stellte das Museum neben dem Neuen Rathaus die stilvollen Ausstellungsflächen zur Verfügung. „Wir waren mit unserer Jahresschau auch schon im Künstlerhaus, in den Herrenhäuser Gärten und im Handwerksforum zu Gast“, erzählt Dora Herrmann, 1. Vorsitzende des 1947 gegründeten AKH. In den drei Etagen des Museums schätzt sie das Nebeneinander von historischen Kunst- und Alltagsgegenständen sowie modernem Kunsthandwerk. „Vielleicht landen unsere Unikate ja auch irgendwann einmal in einem Museum, aber das werden wir dann nicht mehr erleben“, sinniert die Handweberin, die ihre Werkstatt in Bredenbeck hat.

Künstler mit zwei Jobs

„Ich suchte Dich und habe mich gefunden“ – Aphorismen wie diesen von Franz Grillparzer setzt Birgit Soiné aus Linden in grafische Zeichnungen um. Ihre ausgefeilt kalligrafischen Buchstaben sind wichtiger Bestandteil ihrer Schwarz-Weiß-Kompositionen. Wie bei den meisten AKH-Künstlern wirft das kreative Schaffen nicht genug ab, um über die Runden zu kommen, also betätigen sich viele in einem weiteren Job. „Ich bin Kunstlehrerin an der Montessori-Schule in der Südstadt“, erzählt die 58-Jährige – das passt.

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Um das Interesse an den mannigfaltigen Ausstellungsobjekten zu steigern und die Besucher noch genauer hinschauen zu lassen, hatte der Verein dieses Jahr erstmals einen mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis ausgeschrieben. Abgegeben wurden 580 Stimmen, mit 51 Stimmen vorn lag die Textilgalerie „Frau Zimmer“ aus Linden. Unter den Besuchern, die sich an der Abstimmung beteiligten, wurden drei Objekte ausgelost: ein hölzerner Kugelschreiber, ein Kerzenhalter aus Stein sowie zwei Trinkbecher aus Porzellan, die selbstredend von AKH-Künstlern kreiert wurden.

Von Michael Zgoll

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