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Orangerie Herrenhausen

Modeschule Fahmoda zeigt Abschlusskollektionen

Juryfavoritin:  Winnie Janke (3. v. l.) mit ihrer Siegerkollektion.

Juryfavoritin: Winnie Janke (3. v. l.) mit ihrer Siegerkollektion.

Hannover. Zu Beginn ist in der Orangerie Herrenhausen mehr Bewegung im Publikum als auf dem Laufsteg. Eigentlich soll bei der „Hannover Fashion Show“ die Arbeit der privaten Mode- und Designakademie Fahmoda gezeigt werden. Aber irgendwas stimmt mit den Sitzplatznummerierungen nicht, es geht bei dieser ersten von zwei Durchläufen 15 Minuten später los, und die Models und Nachwuchsdesigner hinter der Bühne werden noch nervöser als sie ohnehin schon sind.

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Aber so geht es manchmal im echten Leben, und alle können auch durch so eine kleine Panne lernen, denn hier laufen und entwerfen keine Profis, sondern solche, die es vielleicht oder ganz sicher noch erst werden wollen –und das Drumherum sieht schon sehr nach realer Modewelt aus. Nach Werbevideos der Sponsoren entschuldigt sich das Moderatorenduo Olli Peral und Louisa Mazzurana locker „für das kleine Durcheinander“, und dann geht es ans Ein- und Selbstgemachte. Zwölf Abschlusskollektionen stehen im Mittelpunkt und werden von einer Jury in Augenschein genommen.

Flankiert werden die Präsentationen von zwei „Vorprogrammen“ der Dritt- und Fünftsemester, die einmal unter dem Motto „Göttinnen“ stehen und später „Mode und Fetisch“ zum Thema haben. Die Göttinnen-Outfits sind mal wallend, mal fransig, mal Trompete, mal mit Käfig auf dem Kopf, mit Rabenmaske, transparent verschleiert oder sonnengöttlich. Die Fetisch-Entwürfe sind verspielter, bunter, abgedrehter. Durch den aufragenden Schal, der an eine Pommes-Tüte erinnert, kann man kaum sehen, aber das Gesehenwerden klappt umso besser.

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Hippie trifft Goldene Zwanziger

Die Abschlusskollektionen hatten keine Themenvorgabe, allerdings sind Nachhaltigkeit, mit Stichwörtern wie Upcycling und No-Waste wichtige Begleitgedanken junger Designer geworden, wie auch Fahmoda-Direktorin Heike Frömbgen-Penkert sagt. So tragen die Models mal sinnlich-natürliche Kleider wie bei Gülcan Udun, mal von starken roten Akzenten geprägte Entwürfe wie bei Rebecca Stein, mal nostalgisch wie in den lässig-klassischen Looks von Jessica Stühring. Oder eine Mischung zwischen Hippie und Zwanzigerjahren wie bei Corlien Rinne, die die Kollektion sogar politisch motiviert sieht – die Swingbewegung als Gegenentwurf zum aufkeimenden Nationalsozialismusgleichschritt.

Es gibt in der Show zwar auch Anklänge an Techno, aber thematisch sind die meisten bei sehr analogen, gefühligen Themen wie der Flucht vor einer lauten, chaotischen Welt wie bei Irina Daut. In einer Jurywertung liegt am Ende Winnie Janke mit ihren von Astrid Lindgren inspirierten Arbeiten vorn, gefolgt von Nayara Wiechmann und Jessica Stühring.

Die Zuschauer in der Orangerie bekommen in den zweieinhalb Stunden viel Augenfutter, können in der Pause sogar einzelne Stücke kaufen oder bestellen –und applaudieren spendabel. Egal, auf welchem Platz sie am Ende sitzen.

Von Uwe Janssen

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