Südstadt

Naturkostladen Südstadt besteht seit 25 Jahren

Sabine Elsner und Andreas Schäfer stehen seit zehn Jahren hinter dem Tresen in der Geibelstraße.

Sabine Elsner und Andreas Schäfer stehen seit zehn Jahren hinter dem Tresen in der Geibelstraße.

Südstadt. Vieles ist geblieben, und vieles hat sich verändert. 25 Jahre Bioladen-Geschichte spiegeln sich auch in dem wohl kleinsten Bioladen Hannovers wider. Auf 45 Quadratmetern Ladenfläche an der Ecke von Geibelstraße und An der Questenhorst verkaufen Sabine Elsner und Andreas Schäfer seit zehn Jahren Naturkostwaren. Die Ursprünge des Geschäfts gehen allerdings auf den 1. Juni 1987 zurück, als eine Gruppe Sannyasins den Laden eröffnete - damals noch unter dem Namen PrimaKlima. Sortiment und Ausstattung befinden sich seither in ständigem Wandel - wie auch die Kundschaft. Seinen Geburtstag feiert der Naturkostladen am Freitag, 1., und Sonnabend, 2. Juni, mit Glücksrad, Probierstand und Rabattaktion.

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Der Naturkostladen Südstadt erinnert nicht nur auf den ersten Blick an die Tante-Emma-Läden, die es früher in allen Stadtteilen gab. Hohe Regale sind bis unter die Decke vollgepackt mit einer Vielzahl an Waren. Ein kleiner Käsetresen, eine Mini-Kühltruhe, ein kleiner Kühlschrank, ein Gemüse- und Obststand, eine Kosmetikecke und ein Brottresen sollen den Kunden aus der näheren Umgebung möglichst alles bieten, was man in einem naturbewussten Haushalt braucht. „Glücklicherweise haben wir hinten ein großes Lager, aus dem wir die kleinen Stückzahlen im Laden schnell wieder auffüllen können“, erzählt Sabine Elsner. Sie hat ihren Mann Andreas vor etlichen Jahren in Hannover kennengelernt - bei der Arbeit in einem großen Bioladen.

Das Paar ist bereits das vierte Team, das das Südstädter Lädchen seit der Gründung im Jahre 1987 leitet. Damals ging es in dem kleinen Geschäft - einer der ersten Naturkost-Ableger in der Stadt - noch sehr viel „bunter“ zu. Die Ladengründer, allesamt Anhänger des indischen Gurus Bhagwan, führten in einer Küche hinter dem Laden Kochkurse durch und boten auch einen kleinen Mittagstisch an. Als Andreas Schäfer die Räumlichkeiten vor zehn Jahren übernahm, waren sie - zwei Inhaber weiter - etwas heruntergekommen. Schäfer renovierte, ersetzte nackte Glühbirnen durch Lampen, und bald stand neben Obstkörben auch eine Holzbank vor dem Schaufenster. Wenig später dann stieß Sabine Elsner dazu und trug ihren Teil zum Ausbau des Geschäfts bei.

Das einladende Äußere hat dem Naturkostladen ein neues Image beschert. Es ist die familiäre Atmosphäre, die einer wachsenden Kundschaft gefällt. „Es passiert häufig, dass eine Kundin hereinkommt und fragt, ob ihr Mann schon da gewesen sei“, erzählt Schäfer. Dann antwortet er zum Beispiel: „Ja, er hat den Kaffee schon gekauft.“ Viele Menschen, die in der Nähe wohnten, würden hier ihren kleinen täglichen Einkauf erledigen. Gerade auch für Ältere sei der Laden eine vertraute Anlaufstelle. „Die halten uns ihr Portemonnaie hin, damit wir ihnen in Ruhe das Geld herauszählen können“, erzählt Sabine Elsner.

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Der Naturkostladen mit seinem Spezialgebiet Makrobiotik kommt aber auch den jüngeren Südstädtern entgegen. „Der Stadtteil verjüngt sich, hier wohnen immer mehr Familien mit Kindern“, weiß Schäfer. Längst seien Biolebensmittel keine Angelegenheit mehr für die Freaks der frühen Jahre aus der Anti-Atomkraftbewegung. „Bio ist Trend, schick, Lifestyle“, weiß der Geschäftsmann. Er ist davon überzeugt, dass es in der Stadt einen Trend zurück zum kleinen (Nachbarschafts-)Einkaufsladen gibt.

Natürlich beobachten er und seine Frau die rasante Ausbreitung der großen Bio-Supermarktketten. Noch spüren die beiden Südstädter keine Umsatzeinbußen. Aber sie betrachten mit gemischten Gefühlen, wie sich die Bioladen-Landschaft entwickelt. Einerseits würden die großen Bioketten die Hemmschwelle vieler Verbraucher senken, überhaupt mal in einen Bioladen hineinzuschauen - auch in einen kleinen. Andererseits werde die Bioqualität von Lebensmitteln beispielsweise durch das EU-Biosiegel verwässert. „Demeter, Bioland und Naturland haben in jedem Fall die strengsten Vorgaben“, streicht Schäfer heraus.

Karin Vera Schmidt

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