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Nach 22 Jahren Funkhaus-Leitung

NDR verabschiedet Arno Beyer: Funkhausdirektor wird gefeiert

Arno Beyer (Zweiter von links), scheidender Direktor des Landesfunkhauses Hannover, bei seiner stimmungsvollen Verabschiedung im NDR.

Arno Beyer (Zweiter von links), scheidender Direktor des Landesfunkhauses Hannover, bei seiner stimmungsvollen Verabschiedung im NDR.

Hannover.Zum Schluss ein Niedersachsen-Ross in Porzellan, einen munteren Film von den Kollegen und viel, viel Applaus: Mit einer stimmigen Veranstaltung und vielen Gästen hat sich am Freitagabend der NDR vom langjährigen Chef des Funkhauses Hannover und stellvertretenden Intendanten, Arno Beyer, verabschiedet. Er geht planmäßig in den Ruhestand.

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Posten „gegen die Farbe“ besetzt

Die Bigband des NDR unter dem Trompeter Tim Hagans spielte mächtig auf, musikalisch donnerte noch einmal die Nachkriegszeit durch den Kleinen Sendesaal des Funkhauses, an dessen Spitze Beyer 22 Jahre lang stand. Ein Vollblutjournalist und Radiomann, mit einer leicht knarzigen Stimme im Ruhrpottsound und trockenem Humor. Der unideologische Beyer löste 1997 die streitbare Lea Rosh ab. Obwohl er eher zu den Konservativen gerechnet wurde und damals Gerhard Schröder und die SPD das Land allein regierten, besetzte der damalige NDR-Intendant Jobst Plog die wichtige Position „gegen die Farbe“ der amtierenden Landesregierung. Er habe die Zeit nach Rosh und mit Beyer wie „das Ende von Zahnschmerzen“ erlebt, bekannte Schröder später – und die Vorsitzende des NDR-Rundfunkrates, Cornelia Nenz, erinnerte in ihrer mit plattdeutschen Zitaten gewürzten Rede daran. Sie und der Rundfunkrat werden bald einen neuen Intendanten wählen – der designierte Joachim Knuth saß auch im Publikum.

Lutz Marmor: „Er war für mich eine feste Bank“

Noch-Intendant Lutz Marmor fand in Beyer einen echten Weggefährten, einen fantastischen Journalisten, „Direktor mit klarer Haltung, der mit messerscharfem Verstand in Sitzungen“ auftrat. Er habe als Kölner den Westfalen Beyer stets „als feste Bank“ gesehen: „Denn die Westfalen halten, was die Kölner versprechen.“ Beyer habe den Sender in Niedersachsen fest verankert und NDR 1 für 26 Jahre zum Marktführer gemacht.

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Auch Ministerpräsident Stephan Weil geizte in seiner Rede, die vom halben Landeskabinett und von Landtagspräsidentin Gabriele Andretta verfolgt wurde, nicht mit Lob für den scheidenden Funkhauschef: „Er hat dafür gesorgt, dass die Niedersachsen den NDR als ihren Sender ansehen.“ Schmissiger Jazz und die lässige Moderation Arno Torben Vogts sorgten dafür, dass der Abschied von einem allseits beliebten Funkhausdirektor nicht zu sentimental ausfiel.

Von Michael B. Berger

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