Ausweis in Chipkartenformat

Neuer Ausweis kostet die Stadt 800.000 Euro

Grund für die längeren Wartezeiten bei der Ausgabe des neuen Personalausweises sind die neuen, optionalen Eigenschaften des dann nur noch scheckkartengroßen Dokumentes, die eine erheblich längere Bearbeitungszeit der Anträge zur Folge haben. So können die Inhaber neuer Personalausweise in Zukunft entscheiden, ob sie ihren Fingerabdruck auf dem Dokument verewigen und die sogenannte eID-Funktion nutzen wollen, die sicheres Bezahlen und Buchen im Internet ermöglichen soll.

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Ist einmal alles eingespielt, rechnen die Bürgerämter mit einer Bearbeitungszeit von rund 15 Minuten pro Ausweis gegenüber etwa fünf Minuten bisher. Am Anfang aber werde jede Ausstellung eher 20 bis 25 Minuten dauern, sagt Sigurd Moritz, Leiter des Bereichs für Einwohnerangelegenheiten bei der Stadt Hannover. Ähnlich schätzen die Kollegen in Hemmingen die Lage ein. Moritz will nicht ausschließen, dass sich die Wartezeiten in den hannoverschen Bürgerämtern zunächst deutlich erhöhen. Er rät Hannoveranern, die ihren Besuch im Bürgeramt verschieben können, dies bis Anfang kommenden Jahres zu tun. Wer jetzt ins Bürgeramt muss, sollte das gleich nach Öffnung um 8 Uhr morgens oder mittwochs tun – dann ist der Andrang internen Statistiken zufolge am geringsten.

Schon jetzt verzeichnen die Ämter einen dichteren Kundenstrom als zu anderen Zeiten, was mit den höheren Kosten des neuen Personalausweises zusammenhängt. Bekam man den alten bisher für 8 beziehungsweise 13 Euro, werden für Antragsteller bis 24 Jahre demnächst 22,80 Euro, für solche ab 24 Jahre sogar 28,80 Euro fällig. „Viele wollen daher noch schnell einen alten Ausweis zum alten Preis haben“, sagt Moritz.

Auch auf den städtischen Haushalt hat das neue Gebührensystem negative Auswirkungen: Moritz hat ausgerechnet, dass die Stadt Hannover für die Ausstellung der Dokumente in Zukunft rund 800 000 Euro im Jahr wird zuschießen müssen. Pro Ausweis, egal für welche Altersklasse, überweist die Kommune 22,80 Euro an die Bundesdruckerei in Berlin. Die sechs Euro, die dann noch aus dem Portemonnaie des Antragsstellers ins Stadtsäckel fließen, deckten die höheren Unkosten bei Weitem nicht, sagt Moritz. Die Stadt Seelze hatte zuletzt errechnet, dass sie der neue Pass 23 000 Euro jährlich kosten wird. Auch aus Garbsen und Hemmingen heißt es, man befürchte, für den neuen Ausweis draufzahlen zu müssen.

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Zu allem Überfluss hinken die Städte und Gemeinden in der Region aufgrund von Pannen bei bundesweiten Testläufen mit dem Zeitplan für die Einführung des Ausweises deutlich hinterher. Zurzeit laufen in und um Hannover Erprobungsphasen, die eigentlich für den August vorgesehen waren. „Die Lage ist schwierig, aber nicht unlösbar“, sagt Andrea Malina, stellvertretende Leiterin des Bereichs Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Hemmingen. Ebenso wie die Kollegen in Hannover ist sie jedoch sicher, dass dem Start des neuen „Persos“ am 1. November nichts im Wege steht: „Das Datum wird gehalten.“

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