Ehemalige Passerelle

Niki-Promenade geht die Kundschaft aus

Konkurrenz aus der benachbarten Ernst-August-Galerie, dazu jahrelange Baustellen erst am Raschplatz, dann am Kröpcke: Die Händler in der Niki-Promenade ächzen unter Kundenrückgängen. Angeblich hat eine interne Frequenzzählung ergeben, dass in der unterirdischen Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Kröpcke bis zu 40 Prozent Passanten weniger unterwegs sind als früher. Jetzt kommen auch noch Insolvenz-Leerstände in mehreren Geschäften hinzu – Schaufenster sind über rund 80 Meter Länge abgeklebt. Der Vermieter beruhigt: Nach den Sommerferien soll wieder Vollvermietung in der Einkaufspassage herrschen.

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Früher war die Promenade als verwahrloster Fußgängertunnel mit dem Namen Passerelle verrufen. In diesem Jahr begeht die Niki-Promenade den fünften Geburtstag ihrer Modernisierung. Doch einigen Händlern in der unterirdischen Passage zwischen Raschplatz und Kröpcke ist nicht nach Feiern zumute. „Die Mieten sind fast so hoch wie in einer Toplage, aber die Niki-Promenade ist keine echte 1a-Lage mehr“, sagt Ronny Tietze vom Vorstand der Gemeinschaft der Promenadenhändler.

SPD-Wirtschaftspolitiker Martin Hanske hatte Mittwochabend in einer Veranstaltung im Rathaus sogar von einem drohenden „Trading-down-Syndrom“ der Passage gewarnt – damit bezeichnen Fachleute die gefürchtete Abwärtsspirale bei Handelsstandorten. Der Leerstand in der mit Millionenaufwand sanierten Flaniermeile sei ein gefährliches Signal.

Tatsächlich bedient der Geschäftemix, der überwiegend aus Filialisten, Telefonshops und Schnellgastronomie besteht, eine ähnliche Nachfrage wie die Ernst-August-Galerie am Hauptbahnhof. „Wer die Fußgängertrauben an der Ampel vor der Galerie sieht, der weiß, wohin sich die Kundenströme verlagert haben“, sagt Tietze.

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Thomas Heinemann, Geschäftsführer der Vermietergesellschaft HRG, widerspricht: „Bei Geschäften, deren Umsätze wir kennen, sehen wir positive Zahlen.“ Die aktuellen Leerstände seien Folge einer Insolvenz der Handelsgesellschaft, die den Textilhandel „Love-Shop“ und das Geschäft „Love-Schuhe“ betrieben hat. Auch der „Tamaris-Shop“ gehört dazu. Er soll zum Monatsende schließen, bestätigt die Geschäftsführerin.

„Richtig ist, dass die Promenade unter den Baustellen zu leiden hat“, sagt Heinemann. Vermieter und Werbegemeinschaft wollen jetzt mit einer Kampagne gegensteuern. Insbesondere beim Namen soll vom offiziellen, aber sperrigen „Niki-de-Saint-Phalle-Promenade“ auf das griffigere „Niki-Promenade“ umgesattelt werden. Die leer stehenden, zum Teil sehr großen Geschäftsräume werden geteilt, dort sollen eine bekannte Schuhmarke, ein Geschäft für Biokosmetik und eines für Herrenbekleidung einziehen.

„Die Promenade bleibt ausgerichtet auf eine jüngere, vielseitige Zielgruppe“, sagt Heinemann. Und am ersten Wochenende nach den Sommerferien, versprechen Werbegemeinschaft und HRG, soll es ein Fest zum fünfjährigen Bestehen der Niki-Promenade geben. Wer weiß: Vielleicht sind dann auch die Aufzugansagen umprogrammiert und sagen im Tiefgeschoss endlich nicht mehr: „Passerelle“.

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