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Blaulichtmeile

Notfallsanitäter Tim aus Isernhagen hat Leukämie: Hunderte kommen zur Typisierung

„Der Abstrich tut nicht weh“: Olaf Aschemann (44) macht am Sonntag auf der Blaulichtmeile ganz spontan bei der Typisierungsaktion vom ASB mit.

„Der Abstrich tut nicht weh“: Olaf Aschemann (44) macht am Sonntag auf der Blaulichtmeile ganz spontan bei der Typisierungsaktion vom ASB mit.

Hannover/Isernhagen. Mehrere Hundert Menschen haben sich am Sonntag bei einer Stammzelltypisierung des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) auf der Blaulichtmeile in Hannover beteiligt. Vor dem Bus am Kröpcke bildeten sich mehrere lange Warteschlangen. Sie alle wollen dem 21-jährigen Notfallsanitäter Tim aus Isernhagen und anderen Personen helfen, die an Leukämie erkrankt sind. Die Hilfsorganisation ist überwältigt von der Resonanz. Noch bis 18 Uhr sind kostenlose Abstriche möglich.

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„Es ist total cool“, sagt Andy Reichstein (23), der wie sein Kollege Tim im zweiten Ausbildungsjahr zum Notfallsanitäter beim ASB ist. 35 Helferinnen und Helfer haben sich sofort bereit erklärt, bei der Typisierungsaktion in Hannovers City mitzumachen. Ganz bewusst entschieden sie sich dabei dafür, die einfachen Speichelabstriche im Freien unter Zelten an langen Bierbänken durchzuführen. „Wir wollen zeigen, dass es superschnell geht und nichts dabei ist“, sagt Reichstein. Mit Erfolg: Bereits um 13 Uhr, etwa eine Stunde nach Start, machten schon rund 200 Menschen mit.

„Wir sprechen jeden Tag mit ihm“: Tims Bruder Mika Weichler, Cousine Charleen Ebeling (Mitte) und die gute Freundin Laura Warnecke.

„Wir sprechen jeden Tag mit ihm“: Tims Bruder Mika Weichler, Cousine Charleen Ebeling (Mitte) und die gute Freundin Laura Warnecke.

Notfallsanitäter Tim hat Chemotherapie begonnen

Familie und Freunde von Tim engagieren sich ebenfalls auf der Blaulichtmeile. „Wir bleiben den ganzen Tag“, sagt sein Bruder Mika Weichler (15). Zusammen mit Cousine Charleen Ebeling (18) und der guten Freundin Laura Warnecke (17) machte er gleich nach der Leukämiediagnose einen Abstrich. Alle Proben werden in der MHH analysiert, potenzielle „Genzwillinge“ im Anschluss benachrichtigt. „Vielleicht können wir Tim und auch anderen Erkrankten helfen“, sagt Ebeling.

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Vor anderthalb Wochen erhielt der 21-Jährige die Diagnose akute myeloische Leukämie (AML), seitdem liegt er auf der Intensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

„Wir reden und telefonieren jeden Tag mit ihm“, sagt Warnecke. Der 21-Jährige sage dann zwar immer, dass es ihm gut gehe. Aber alle sind sich sicher, dass er untertreibt und sich bloß keiner Sorgen machen soll. Am Mittwoch habe die Chemotherapie begonnen. Umso mehr sind Verwandte und Freunde begeistert von der Welle der Solidarität: „Wir sind unfassbar froh, dass so viele Menschen hier sind“, sagt Tims Bruder Mika. Wer will, kann sogar eine Polaroidaufnahme von sich machen und es in einem Fotobuch mit einer Botschaft versehen.

Spontan zum Abstrich: „Wollte das schon immer tun“

Einer derjenigen, die auf der Blaulichtmeile spontan vorbeikommen, ist Olaf Aschemann. „Ich wollte das immer schon tun.“ Seine Frau sei schon seit Langem typisiert, er habe es ständig vor sich hergeschoben. „Jetzt bin ich hier und jetzt wird es gemacht“, sagt der 44-Jährige aus Seelze entschlossen. Man denke ständig, so ein Thema wie Leukämie sei immer ganz weit weg. „Und dann ist es plötzlich da“, sagt Aschemann, „der Abstrich tut nicht weh und vielleicht kann ich helfen.“

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