Viele Eltern sind frustriert

Platz an der Wunschschule ist Glückssache

Foto: Die Tellkampfschule hatte 144 Anmeldungen auf 90 Plätze. Die Absagen fielen der Schulleiterin schwer.

Die Tellkampfschule hatte 144 Anmeldungen auf 90 Plätze. Die Absagen fielen der Schulleiterin schwer.

Hannover. Rund 4000 Grundschüler wechseln wohl auch in diesem Jahr in Hannover auf eine weiterführende Schule, die Hälfte davon hat sich an einem Gymnasium angemeldet. Aber nicht jedes Kind darf ab September die Schule seiner Wahl besuchen. Viele Eltern ärgern sich über das aus ihrer Sicht viel zu komplizierte Vergabeverfahren. Offizielle Zahlen zu den Ablehnungen gibt es von der Stadt noch nicht.

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Zwei Trends dürften sich aber in diesem Sommer fortsetzen: Es gibt mehr Anmeldungen als Plätze an den integrierten Gesamtschulen, gerade die Gymnasien in der Südstadt haben deutlich mehr Zulauf, als sie aufnehmen können. Die Elsa-Brändström-Schule startet zum neuen Schuljahr ausnahmsweise mit fünf - anstatt wie sonst üblich mit vier - Klassen. Die Tellkampfschule hatte 144 Anmeldungen auf 90 Plätze: „Die 54 Absagen taten mir in der Seele weh“, sagt Schulleiterin Katharina Badenhop. Sie habe sich aber bemüht, für die Schüler andere, zufriedenstellende Lösungen zu finden. Auch an der Bismarckschule gab es zu viele Anmeldungen, einige Schüler mussten an die Wilhelm-Raabe-Schule überwiesen werden.

Grundsätzlich gibt es keinen Rechtsanspruch auf ein bestimmtes Gymnasium oder eine bestimmte Gesamtschule. Gibt es zu viele Anmeldungen, wird gelost. Die Laufbahnempfehlungen, die von der Grundschulen vergeben worden sind, spielen für die Anmeldungen keine Rolle. „In Niedersachsen gilt der freie Elternwille“, sagt eine Sprecherin des Kultusministeriums. Das heißt, ein Kind mit einer Realschulempfehlung kann an einem Gymnasium aufgenommen werden, während ein Mitbewerber mit Gymnasialempfehlung abgelehnt wird. Auch der Wohnort ist nicht entscheidend. Grundsätzlich kann jede Schule in der Stadt gewählt werden. Dies hat mitunter zur Folge, dass beispielsweise ein Gymnasium in der Südstadt ein Kind aus der Nachbarschaft ablehnt und es nach Linden schicken muss. Die Schulen können selbst entscheiden, ob sie Geschwisterkinder bevorzugen oder nicht.

Viele Familien reagieren auf die Absage gefrustet: „Was sollen die Tage der offenen Tür, wo Schulen für sich werben, wenn die Kinder doch nicht die Schule bekommen, die sie sich ausgesucht haben?“, kritisiert ein Vater. Den Kindern werde eine Entscheidungsfreiheit suggeriert, die sie am Ende nicht hätten. „Auf dem Dorf schickt man seine Kinder einfach auf das eine Gymnasium oder die eine Realschule, die es gibt“, sagt eine Mutter, die ungenannt bleiben will: „Das ist viel einfacher.“

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