Calenberger Neustadt

Polizeieinsatz: Aktivisten verteilen Flugblätter an BBS 3

Die BBS 3 in der Ohestraße.

Die BBS 3 in der Ohestraße.

Hannover. Die Berufsbildende Schule 3 in der Calenberger Neustadt kommt nicht zur Ruhe. Nach der Abmahnung eines Lehrers wegen Beleidigung seiner ausländischen Schüler in einem Whatsapp-Chat ist am Dienstag die Polizei zu dem Gebäude an der Ohestraße ausgerückt. Die Beamten waren um kurz vor 9 Uhr wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs gerufen worden. Aktivisten der linken Szene hatten in der Berufsschule Plakate aufgehängt und Handzettel verteilt, auf denen einer der Schüler der BBS 3 als angeblicher Neonazi geoutet wurde.

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In einem Schreiben, das im Internet zu dem Vorfall auftauchte, ist zudem auch die Rede davon, dass eine ähnliche Aktion zeitgleich an der Wohnung des Betroffenen stattgefunden haben soll. Der Berufsschüler soll regelmäßig an überregionalen Neonazi-Aufmärschen teilgenommen haben und in enger Verbindung zu zahlreichen hannoverschen Neonazis stehen, heißt es auf dem Flugblatt. Vor Ort konnten die Polizisten nicht mehr feststellen, wer die Flugblätter und Plakate verteilt hatte. Die Flugblattverteiler waren über das Nachbargrundstück geflüchtet. Nach Angaben der Behörde hat der Betroffene inzwischen Strafanzeige gegen Unbekannt wegen der üblen Nachrede und Verstoßes gegen das Urheberrecht erstattet. Der Schulleiter der BBS 3 zeigte sich über die Aktion verwundert: „Der Betroffene ist gar nicht mehr Schüler bei uns“, sagt er.

Die BBS 3 war in die Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt geworden war, dass ein Lehrer Schüler mit ausländischen Wurzeln massiv beschimpft hatte. Er soll vor der Klasse Sätze gesagt haben wie: "Dreckige Polacken haben auf der Baustelle nichts zu suchen." Die Landesschulbehörde ahndete die "unangemessene Wortwahl" des Pädagogen mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen. Der Lehrer darf aber weiterhin an der BBS 3 Unterricht erteilen.

Von Tobias Morchner

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