Nach Rechtsstreit

Prinzessin Pham ersteigert die eigenen Tempel

Foto: Der Versteigerung des Inventars im Polnischen Pavillon ging ein Rechtsstreit voraus.

Der Versteigerung des Inventars im Polnischen Pavillon ging ein Rechtsstreit voraus.

Hannover. Man hätte dem asiatischen Expo-Erbe gerne ein würdevolleres Ende gewünscht. Am Dienstag kamen fünf handgeschnitzte Holztempel aus Thailand, Laos und Kambodscha unter den Hammer, dazu noch reichlich verstaubtes Inventar aus der Expo-Zeit. Doch jedes Mal, wenn der Gerichtsvollzieher sein „zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten“ rief, bekam nicht etwa einer der Schnäppchenjäger den Zuschlag, sondern ein Mann namens Klaus. Er ist Vertrauter von Thi Nhu Anh Pham, Tochter von Prinzessin Ho Thin The Tan und damit Enkelin des letzten Kaisers von Vietnam. „Geld spielt für die wohl keine Rolle“, ärgerte sich ein Mitbieter, der nie zum Zuge kam.

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Geld spielte tatsächlich keine Rolle, es ging eher um die Ehre. Zwischen Prinzessin Pham, der das Gebäude des Polnischen Pavillons gehört, und der Expo-Grund, der das Grundstück gehört (was eine sehr unglückliche Konstellation ist, wie beide Seiten finden) schwelt ein langjähriger Rechtsstreit. Nun ist höchstrichterlich entschieden, dass die Expo-Grund den Pavillon abreißen darf, nachdem Pham Fristen zum Abbau hat verstreichen lassen (was auch eher eine theoretische Alternative war) und ihn auch nicht leergeräumt hat (wozu es Gelegenheit gegeben haben soll). Gerichtsvollzieher Norbert Hagemann ließ Dienstag trotz heftiger Proteste von Prinzessin Pham keinen Zweifel, dass die Expo-Grund im Recht ist. Daher wurde versteigert – kurz und schmerzlos.

Allerdings war allen Beteiligten schnell klar, wie es läuft. Klaus, der seinen Nachnamen nicht nannte, hatte eine dicke Tasche mit vielen 500-Euro-Scheinen dabei. Und egal, wieviel die Zaungäste boten – Klaus bot immer mehr.

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Bei einem Laos-Tempel bot Peter Nispel aus Gehrden immerhin bis 11 000 Euro mit. „Ich würde ihn gerne in Ronnenberg oder Gehrden aufstellen“, verriet er. Den Zuschlag gab es aber bei 15 000 Euro. Ein Kambodscha-Tempel ging für 6000 Euro weg – für die meisten Gärten wäre er wohl ohnehin zu groß gewesen. Wolfgang Gläser hätte Interesse an einer besonders schönen Pagode gehabt. „Ein Café in Flughafennähe“, schwebte ihm vor. Der Zimmermann weiß, wie viel Arbeit das Umsetzen bedeutet: „Zwei Wochen mit fünf Mann braucht man wohl.“ Ist aber nicht nötig – den Zuschlag hat ja Frau Phams Vertrauter.

Ingesamt kamen so rund 50.000 Euro zusammen - bezahlt für Gegenstände, die ohnehin Frau Phams Eigentum gewesen wären, wenn sie sierechtzeitig aus dem Pavillo abgeholt hätte. Doch sie hing zu lange ihrem Traum nach, ein Veranstaltungs- und Kulturzentrum im Expo-Park einzurichten. Dienstag sagte sie erbost: "Es ist eine Komödie, wie man mit mir umgeht."

Die Prinzessin hat jetzt vier Wochen Zeit, die Tempel aus dem Pavillon wegzuschaffen – wohin, sagt sie nicht. Expo-Grund-Prokuristin Sieglinde Lohrey-Harré ließ Dienstag keinen Zweifel, dass abgerissen wird. Ende August – egal, ob Frau Pham das Inventar abgeholt hat oder nicht.

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