Schnäppchenjagd

Rabattschlacht läuft auf Hochtouren

Pünktlich zum schönen Wetter gibts Rabatte.

Pünktlich zum schönen Wetter gibts Rabatte auf Sommermode.

Hannover. Das Wort Sommerschlussverkauf (SSV) taucht allerdings auf keinem Schaufenster auf, denn mit der Reform des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb von 2004 gibt es den klassischen Sommer- oder Winterschlussverkauf mit seinen festen Zeiten nicht mehr. Stattdessen: Leuchtend rote und magentafarbene und seltener auch knallgelbe Banner, auf denen die Worte „Reduziert“, „Prozente“ und immer wieder das englische Wort „Sale“ stehen, das nichts anderes bedeutet als Schlussverkauf, Ausverkauf oder auch Räumungsverkauf. Egal, welchen Name das Kind nun also hat, der Schlussverkauf als Einkaufsereignis lebt.

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Ob der Brautmodenladen am Thielenplatz oder Mango und Shoe City in der Bahnhofstraße, ob SØR in der Rathenaustraße, i:belle unter den Arkaden gegenüber von Mövenpick oder Timberland am Opernhaus - es gibt kaum ein Geschäft, das sich dem Preiskampf entzieht.

Bei Mäntelhaus Kaiser drängelten sich am Sonnabend zahlreiche Frauen, vom Teenager bis zur Seniorin, um nach Schnäppchen zu suchen. Esprit, Joop, Boss, Escada, Brax oder Bench, es gibt praktisch nichts, was es nicht zu deutlich reduzierten Preisen gibt.

Bei schönstem Sommerwetter um 25 Grad gingen vor allem Sommerkleider, luftige Blusen, Shorts und T-Shirts über die Verkaufstresen. Die 19-jährige Lisa, die mit ihrer Freundin Isabella eher zufällig in den Innenstadttrubel geraten ist, kommt begeistert mit einer luftigen Tunika aus der Umkleidekabine. Sie ist von 119 auf 59 Euro herabgesetzt. „Das hat sich echt gelohnt“, sagt Lisa und behält ihre Tunika gleich an.

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Ein vergleichbares Bild bot sich auch bei Galeria Kaufhof an der Marktkirche. „Wir haben durchgehend um 50 Prozent reduziert“, berichtet Filialgeschäftsführer Klaus-Peter Regler, „für die Kunden ist es super, dass der Sommer so spät gekommen ist. Jetzt gibt es alles, was man für das Wetter braucht, Kleider, Bademode, Sonnenbrillen, richtig günstig.“ Vor allem Frauen seien in Shoppinglaune, hat Regler festgestellt. „Ich weiß auch nicht, woran das liegt“, sagt er schmunzelnd, „aber Frauen sind beim Shoppen spontaner und entscheiden mehr aus dem Bauch heraus. Männer sind da wesentlich behäbiger.“

"Die Kunden fordern den SSV ein"

Auch bei C&A hängen die Prozenteschilder gut sichtbar im Schaufenster. „Wir haben vieles deutlich über 50 Prozent reduziert“, erklärt Sprecher Bernhard Grotehans. Besonders in der Kinderabteilung seien viele Kleidungsstücke um die Hälfte günstiger. Für nächste Woche plant der Chef des hannoverschen Hauses eine weitere Aktion: „Dann gibt es zusätzlich 20 Prozent auf alle Badesachen.“

Was die großen Kaufhäuser vorgeben, gilt auch für die kleineren Geschäfte. „An Stricksachen ist bei uns schon alles weg“, erklärt Alexia Funk, Filialleiterin von Sörens Woman Designer an der Luisenstraße. Blusen hingegen sind noch zu haben. Sie sind bis zu 60 Prozent günstiger. „Leider beginnen die Reduzierungen immer früher“, sagt Funk. Der Sommer habe ja noch gar nicht richtig begonnen, da müsse man auf die Waren schon Preisnachlässe gewähren. „Man hat den Eindruck, die Kunden warten schon darauf.“

Das bestätigt Kaufhof-Geschäftsführer Regler ebenfalls. „Auch wenn es den Sommerschlussverkauf in alter Form nicht mehr gibt. Die Kunden sind ihn gewohnt und fordern den SSV ein.“ Außerdem komme schon jetzt langsam die Saisonware für den Herbst. „Dafür brauchen wir Platz. Denn sobald es kühler wird, wollen die Kunden ihre Herbstkleidung kaufen können.“

Es scheinen also nicht nur die Händler, sondern auch die Kunden zu sein, die dazu beitragen, dass die Rabattaktionen auf Saisonware immer dann ihren Höhepunkt haben, wenn die Saison selber gerade erst gestartet ist. Und so kommt es, dass es mitten im Winter schwierig sein kann, warme Stiefel zu bekommen, und im August die Auswahl an Strandkleidern und Bikinis dürftig ist.

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Doch auch das Wetter spielt eine Rolle. So hat das Schuhhaus Gisy bis vor wenigen Tagen passsend zu Regen und Gewittern vor allem sportliche Mokassins und Halbschuhe mit Gummisohlen verkauft. Wer sich nun schicke Sandalen zulegen möchte, kann sparen. Bei Gisy kosten nach Angaben von Geschäftsführer Michael Schenkemeyer Sandalen, Clogs, Pantoletten und Flip-Flops 30 bis 60 Prozent weniger als bisher.

Und auch im Hochpreissegment gibt es derzeit schon kräftige Preisnachlässe. Bodo Wiesner am Kröpcke hat einzelne Designerblazer von 1150 auf 348 Euro heruntergesetzt. Eine Trachtenjacke von Susanne von Dörnberg kostet statt 839 nur noch 399 Euro.

Und wer ein besonders schönes Kleid für eine Gartenparty oder gar eine Hochzeit sucht, könnte bei Parfümerie Liebe fündig werden. 20 Prozent weniger kosten schon jetzt viele Teile der Sommerkollektion. Einzelne Stücke sind nach Angaben von Margit Gieseke bei Liebe sogar um die Hälfte günstiger.

Heike Schmidt und Julia Pennigsdorf

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