Bemerode

Recyclinghaus lockt 500 Neugierige an

Zeitweise mussten die Besucher draußen warten, weil es drinnen schon voll war.

Zeitweise mussten die Besucher draußen warten, weil es drinnen schon voll war.

Bemerode. Nikolaus Tamps hatte keinen sonderlich weiten Weg zurückzulegen; er ist aus Kirchrode zum Tag der offenen Tür ins Recyclinghaus der Baufirma Gundlach am Kronsberg gekommen. „Ich bin neugierig auf das Objekt und werde es sozusagen mit den Augen meiner Tochter betrachten“, berichtet er. Diese studiert derzeit Architektur, hat von dem bundesweit einmaligen Projekt gehört, konnte aber nicht vor Ort sein. Tamps interessiert sich auch selbst für das Thema Wiederverwertung.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Projektleiterin Corinna Stubendorff erläutert die Details des Hauses.

Projektleiterin Corinna Stubendorff erläutert die Details des Hauses.

Gundlach ist auf dem Grundstück an der Ecke Funkenkamp/Treppenkamp mit dem Anspruch angetreten, ein Haus aus wiederverwendeten Materialien zu schaffen. Es war ein Experiment mit dreijähriger Vorbereitungszeit. Der Neubau besteht nicht zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial, aber zu einem großen Teil. „Wenn es beispielsweise darum geht, Industrienormen einzuhalten, stoßen wir an unsere Grenzen“, sagte Projektleiterin Corinna Stubendorff.

Stubendorff war beim Tag der offenen Tür – für den insgesamt zwei Stunden anberaumt waren – sehr gefragt, denn sie übernahm Führungen durch das Haus. Rund 500 Neugierige ließen sich von dem Besichtigungstermin anlocken, viele von ihnen kamen wie Tamps mit dem Fahrrad oder zu Fuß aus der Nachbarschaft. Wiebke Müller und Dirk Schwarze hatten aus Garbsen-Osterwald einen weiteren Anreiseweg. „Ich interessiere mich sehr für das Thema Bauen, wenn es unkonventionell und ökologisch ist“, erklärte Müller.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Da kam sie auf ihre Kosten. Das Haus ist energieeffizient und erst recht unkonventionell gebaut. Es gibt Trittschalldämmung aus alten Gehwegplatten, Dämmmaterial aus Jutesäcken für Kakaobohnen, Spritzschutz im Sanitärbereich aus Kronkorken und Wände aus alten Eichenbohlen. „Sehen sie sich auch die Dachterrasse an, der Ausblick ist fantastisch“, warb Stubendorff.

Insgesamt hat das Haus eine Wohnfläche von 150 Quadratmetern und wird zum Preis von etwa zehn Euro kalt pro Quadratmeter zu mieten sein. „Wir suchen eine Familie oder eine Wohngemeinschaft, die sich für das Projekt begeistern kann“, sagt Stubendorff. Müller und Schwarze werden es nicht sein. „Wir haben ein altes Haus umgebaut, da bleiben wir auch“, sagte die Osterwalderin. Der Ausflug zum Kronsberg, der habe sich trotzdem gelohnt.

Von Bernd Haase

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.