Besser spielen mit der Kamera

Region Hannover unterstützt Videoprojekt

Die Kamera ist der nötige Blick von außen: Melanie Lange filmt, wie Erzieherin Rebecca Harvey mit der fünfjährigen Martha spielt.

Die Kamera ist der nötige Blick von außen: Melanie Lange filmt, wie Erzieherin Rebecca Harvey mit der fünfjährigen Martha spielt.

Hannover. Ist es nicht schön, wenn Kinder spielen? Stundenlang könnte man zugucken - aber genau dazu fehlt Erwachsenen dann doch ganz oft die Geduld. Wer kennt das nicht: Eltern ergreifen mit einer Mischung aus Ungeduld und eigenem Spieleifer selbst die Initiative, Mütter ziehen die Puppen an, Väter fahren mit Spielzeugautos in der Spielzeuggarage rauf und runter. Und die Kinder gucken zu.

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Verkehrte Welt und grundfalsch, besagt das Entwicklungsprogramm Marte Meo, das mit seinem Ansatz der Videoanalyse jetzt auch in Deutschland immer mehr Zuspruch erfährt. Die Region Hannover will das Programm in Stadt und Umland jetzt bekannter machen und hat deshalb im Regionshaus einen Fachtag veranstaltet. Die 450 Plätze für Teilnehmer waren nach kurzer Zeit ausgebucht. Die Marte-Meo-Parole lautet „Warten, folgen, benennen“. Klingt simpel. In 40 Ländern ist die Methode bereits etablierte Praxis.

„Wir geben den Input“

Die Besucher sind teils interessierte Eltern, vielfach Erzieherinnen aus Kitas. Schließlich ist Marte Meo keinesfalls ein Programm für Kinder mit einer irgendwie auffälligen Entwicklung, sondern gut für alle. „Wir geben den Input, jeder Träger soll dann selbst entscheiden, ob er Marte Meo bei sich anwenden will“, sagt Alexandra Igel-Brée von der Koordinierungsstelle Forscher-Kids Region Hannover, die den Fachtag zusammen mit dem Koordinierungszentrum namens Frühe Hilfen - frühe Chancen ausgerichtet hat. „Die Natur hat die Kinder ganz wunderbar ausgestattet, wir müssen ihnen nur helfen, diesen Schatz zu entdecken. Kluge Eltern folgen ihren Kindern und bevormunden sie nicht“, sagt Marte-Meo-Gründerin Maria Aarts bei der Tagung im Regionshaus.

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„Kinder sind gut“

Jan Vogel muss nicht mehr überlegen. Der Leiter der MHH-Betriebs-Kita Weltkinder setzt schon jahrelang auf Marte Meo. Stellt die Kamera, die Kinder und Erwachsene in Interaktion filmt, die Beteiligten nicht bloß? „Im Gegenteil“, sagt Vogel, „sie lenkt den Blick auf das Wesentliche, sie ist der Blick von außen, der sonst oft fehlt.“ Seiner Stellvertreterin Melanie Lange gefällt der rundum positive Ansatz: „Man guckt nicht auf die Defizite, Kinder sind gut, und jeder Moment ist eine Chance, etwas Neues anzustoßen.“ Sabine Wilhelm aus Kirchrode, Oberärztin und zweifache Mutter, hat die Methode bei ihrem älteren, inzwischen neunjährigen Sohn in der Kita kennen und schätzen gelernt. „Wir wollten gern ein harmonischeres Familienleben“, sagt sie. Der Alltag mit zwei kleinen Kindern und berufstätigen Eltern sei oft hektisch gewesen. So wurden Alltagssituationen gefilmt, positive und schöne Momente festgehalten, aber auch stressige. „Marte Meo hat unseren Umgang entspannter gemacht“, sagt Wilhelm.

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