Kleine Anlage

Region setzt neuen Mini-Blitzer ein

Das neue digitale Tempomessgerät (ganz links) der Region ist so klein, dass es sich unter einer Schutzplanke aufstellen lässt.

Das neue digitale Tempomessgerät (ganz links) der Region ist so klein, dass es sich unter einer Schutzplanke aufstellen lässt.

Das Besondere an dem 140.000 Euro teuren Gerät ist seine Größe: Der digitale Blitzer ist so klein, dass er sich unter einer Schutzplanke am Straßenrand aufstellen lässt. Diese Eigenart hat am Mittwoch prompt zu einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 217 in der Nähe der Ortschaft Steinkrug geführt. Um kurz vor 10 Uhr war eine 27-jährige Frau aus Hameln in einem schwarzen Audi auf dieser Strecke unterwegs. Als sie die winzige Kontrollstelle seitlich der Fahrbahn bemerkte, bremste sie ihr Fahrzeug abrupt ab. Der Fahrer eines hinter dem Audi befindlichen Volvo hatte keine Chance mehr, ein Ausweichmanöver zu starten und kollidierte mit dem Audi. Die 27-Jährige erlitt durch die Wucht des Aufpralls lediglich leichte Verletzungen. Sie wurde vorsorglich in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Der Fahrer des Volvo kündigte gegenüber der Polizei an, selbstständig seinen Hausarzt aufsuchen zu wollen. Die Bundesstraße war wegen des Unfalls eine gute Stunde lang gesperrt.

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Die Region übernimmt im Auftrag von insgesamt sieben Kommunen Geschwindigkeitskontrollen in ihrem Zuständigkeitsbereich. Dazu sind insgesamt zwei mobile Anlagen im Einsatz. „Das neue Gerät ist in der Lage, auch in Kurven genaue Messungen vorzunehmen, daher haben wir es angeschafft“, erklärte Regionssprecherin Christina Kreutz.

Die Polizeidirektion Hannover hat ein baugleiches Gerät seit rund vier Jahren im Einsatz. Die Beamten setzten das ES 3.0 des Herstellers ESO hauptsächlich auf Autobahnen ein. „Es hat für uns den Vorteil, dass die Messungen, anders als bei anderen Geräten, nur von einer Seite der Fahrbahn aus erfolgen, sodass die Kollegen nicht mehr mit ihrem Equipment quer über die Autobahn zur Mittelschutzplanke laufen müssen“, erklärte Hauptkommissar Detlef Traege.

Der neue Blitzer der Region befindet sich derzeit in einer Art Erprobungsphase. „Wir testen, an welchen Standorten wir die Anlage sinnvoll einsetzen können“, erklärte Christina Kreutz. Geplant ist bislang, das Gerät nicht nur in Kurvenbereichen und an Unfallschwerpunkten, sondern insbesondere auch vor Schulen zum Einsatz zu bringen.

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Nach Ansicht von Verkehrsexperten ist die geringe Größe des neuen Blitzers nicht problematisch. „Es ereignen sich regelmäßig Verkehrsunfälle an stationären sowie an mobilen Radarkontrollstellen“, erklärte Sabine Götz vom AvD, dem Automobilclub von Deutschland mit Sitz in Frankfurt. Es habe nicht mit der Größe der Geräte zu tun, dass die Betroffenen ihre Fahrzeuge zum Teil urplötzlich abbremsten, sondern mit der zu hohen Geschwindigkeit. „Würden sie sich an das Tempolimit halten, gäbe es keinen Grund zum Bremsen“, sagte Götz weiter. Ob die Audi-Fahrerin, die auf der Bundesstraße bei Steinkrug durch ihr heftiges Bremsmanöver den Unfall verursachte, auch eine Strafe wegen zu schnellen Fahrens aufgebrummt bekommt, ist bislang noch unklar. Es werde noch ermittelt, ob das Radarmessgerät tatsächlich auch ausgelöst habe, teilte die Ronnenberger Polizei mit.

Tobias Morchner

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