Messer-Attentat

Safia S. sollte Polizisten im Bahnhof erschießen

Nach dem Angriff mit dem Messer sollte Safia dem Bundespolizisten die Waffe entreißen und ihn erschießen.

Nach dem Angriff mit dem Messer sollte Safia dem Bundespolizisten die Waffe entreißen und ihn erschießen.

Hannover. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat die damals 15-Jährige Safia noch am Tag vor dem Anschlag auf den Bundespolizisten über einen Messenger-Dienst konkrete Anweisungen von einer IS-Anhängerin erhalten, die sich "Leyla" nannte. Die Schülerin sollte, dem Bericht zufolge, einen Polizisten unter einem Vorwand in eine Ecke der Bahnhofshalle locken, zunächst mit einem Messer auf ihn einstechen, ihm dann die Dienstwaffe entreißen und dann ihn dann erschießen. Als Safia S. ihrer Chat-Partnerin erklärte, sie könne nicht mit einer Waffe umgehen, bat "Leyla" ihre Hilfe an. Die Schülerin solle ihr ein Foto von der Waffe schicken, die Bundespolizisten für gewöhnlich im Dienst verwenden.

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Dazu kam es offenbar nicht. Allerdings verschickte Safia S. an ihren IS-Kontakt ein Bekennervideo zu der Tat vom Hauptbahnhof. Am Tag darauf erfolgte der Angriff auf den Beamten mit einem Gemüse- und mit einem Steakmesser. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen. Um wen es sich bei "Leyla" handeln könnte, wissen die Ermittler bis heute nicht.

Auch die Attentäter von Ansbach und Würzburg sind nach Erkenntnissen der Polizei auf ähnliche Art und Weise vor ihren Taten von IS-Terroristen per Handy gecoacht worden, wie Safia. Die Sonderkommission "Juli" des bayerischen Landeskriminalamts arbeitet unter der Führung des Generalbundesanwalts in Karlsruhe seit Monaten daran, die neuen Rekrutierungswege der Terrormiliz im Internet offen zu legen und die Chat-Partner der Attentäter zu identifizieren.

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Bisherigen Erkenntnissen der Ermittler zufolge sucht der IS im Netz ganz gezielt nach Menschen, die anfällig für die Botschaften der Terroristen sein könnten. „Sie werden dann von mutmaßlichen Instrukteuren des IS angesprochen“, schreibt die Zeitung. Anschließend werden die Attentäter von ihren Kontaktleuten bei der Auswahl möglicher Ziele beraten und zu ihren Taten regelrecht motiviert. Die Ermittler sprechen von einer „perfekten Symbiose zwischen dem Siegeszug der sozialen Medien und einer neuen Form des Terrorismus. Der Prozess gegen Safia S. soll im Oktober vor dem Oberlandesgericht Celle beginnen. Obwohl die Schülerin bei ihrer Tat erst 15 Jahre alt gewesen ist, besteht nach Auskunft des Gerichts dennoch die Möglichkeit, dass Verfahren öffentlich zu führen. Denn mitangeklagt ist der 19-jährige Mohamad Hassan K. aus Misburg, weil er von Safias Tat gewusst und sie nicht verhindert hatte. K. gilt als heranwachsend, so dass aus diesem Grund nach dem Gesetz eine öffentliche Verhandlung des Falls möglich ist.

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