Landgericht Hildesheim

Schleuser aus Syrien zu Haftstrafen verurteilt

Die fünf Angeklagten hatten fünf Verteidiger und drei Dolmetscher an ihrer Seite.

Die fünf Angeklagten hatten fünf Verteidiger und drei Dolmetscher an ihrer Seite.

Hildesheim/Hannover. Das Landgericht Hildesheim hat fünf anerkannte Flüchtlinge aus Syrien, die sich als Schleuser betätigt haben, zu Haftstrafen verurteilt – in vier Fällen zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung, in einem Fall zu einer Bewährungsstrafe. Die Strafkammer 9 unter Vorsitz von Richter Rainer de Lippe sprach die Männer des gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, die Urteile sind bereits rechtskräftig.

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Die Täter hatten zwischen der griechischen Insel Rhodos und verschiedenen europäischen Städten – darunter auch Hannover – Flüge für Flüchtlingszusammenführungen organisiert. Dabei bedienten sich die Syrer der Personalpapiere eigener Familienmitglieder. Ausreisewillige, die eine gewisse Ähnlichkeit mit den Verwandten aufwiesen, wurden so frisiert und geschminkt, dass die Einreisebehörden in zahlreichen Fällen getäuscht werden konnten.

Geld zurückgefordert

Tarek B. (35) waren acht Schleusungen zur Last gelegt worden, er wurde zu drei Jahren und drei Monaten Haft sowie zur Rückzahlung von 19.800 Euro verpflichtet. Mohammed-Nour A. (23) schleuste sieben Personen ein (drei Jahre Haft, 7.500 Euro Rückzahlung), Mohamad A. (25) acht Flüchtlinge (zwei Jahre und sieben Monate Haft, 11.000 Euro) und Mashaan M. (25) sechs Personen (zweieinhalb Jahre Haft). Yasser Al M. (37) wurden nur zwei Schleusungen nachgewiesen (14 Monate Bewährungsstrafe, 4020 Euro). In einigen wenigen Fällen blieb es bei einem Versuch, weil die Behörden misstrauisch wurden.

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Meist waren es Frauen, die mit Maschinen von Tuifly, Condor, Eurowings oder Easyjet nach Deutschland, Dänemark, Belgien und Österreich flogen. Einige von ihnen hatten kleine Kinder dabei, gelegentlich reisten sie auch im Beisein der Schleuser ein, die sich als ihre Ehemänner ausgaben.

Von Michael Zgoll

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