„Dean & David“

Schöne, neue Fast-Food-Welt

Frisch auf den Tisch: Jule Hilliger serviert ein Mango-Chilli-Chicken mit Reis.

Frisch auf den Tisch: Jule Hilliger serviert ein Mango-Chilli-Chicken mit Reis.

Hannover. Von der italienischen Schnellküche „Vapiano“ bis hin zu den „Döner Brothers“, dem jüngsten Zuwachs der Özgör-Restaurantfamilie (El Solin, Hugo’s, 6 Sinne), die den Döner mit marokkanischen Gewürzen und Chili-Soßen neu interpretieren.

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An der Osterstraße richtet sich nun die Franchise-Kette „Dean & David“ mit einer Filiale an gesundheitsbewusste Hipster. Das Konzept: Täglich werden frische Suppen, Currys und Wok-Gerichte, Salate, Wraps und kleine Desserts angeboten. Das Geschäft verspricht erntefrische und natürliche Zutaten, frei von Konservierungsmitteln und Geschmacksverstärkern. Die Speisen sollen individuell für den Kunden „fresh to eat“ geschnippelt und gekocht werden.

Wir kommen mittags und treten in ein skandinavisch anmutendes Interieur, helle Farben, geradlinige Formen. Körbe mit Äpfeln und Möhren sorgen für den optischen Frischekick. Hinter der Theke mit angeschlossener offener Küche stehen bekannte Gesichter: Ferhan Ekinci, Sohn von Aresto-Chef Feyzi Ekinci, sowie sein Schwager, Ex-Rugby-Nationalspieler Timur Tekkal, führen den Laden. Offenbar hatte der Aresto-Chef auch die Finger bei der Weinauswahl mit im Spiel – die ausgesuchten Tropfen kommen unter anderem von dessen Stamm-Weingütern Kuhn und Knipser (4,95 bis 5,95 für 0,2 Liter) – und kosten schon mal so viel wie ein Hauptgericht.

Wir bestellen uns das Wok-Gericht Beef Bang und das Curry Chicken Tikka jeweils mit Beilagen-Salat und einem Softdrink (es gibt auch Fritz Kola und Bionade) – das „Menü“ kostet 9,45 Euro. Erst einmal bekommen wir ein Signalgerät aufs Tablett, es soll uns anzeigen, wenn unsere Speisen fertig sind. Kaum sitzen wir, brummen und blinken die runden Scheiben auch schon – auf der Theke warten die dampfenden Speisen.

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Man darf hier keine Gourmetküche erwarten. Aber für eine Schnellküche sind die Gerichte recht ordentlich. Mein Beef Bang ist mit Erdnüssen und Gemüse garniert, die Bejing-Soße würzig und leicht exotisch, das Rindfleisch frisch und zart. Der Reis angenehm pappig. Einzig am Broccoli kann man sich die Zähne ausbeißen. Meine Begleiterin mag die leichte Schärfe ihres Currys, es ginge aber auch noch schärfer. Zum Nachwürzen stehen verschiedene Gewürze auf dem Tresen. Die Salate sind in hippen hohe Glasbehälter mit Deckel gefüllt, allerdings ist daran der Nachteil, dass die unteren Salatblätter in einem See aus Balsamico-Ahornsirup schwimmen.

Die Frage nach dem Namen der Fast-Food-Kette beantwortet sich schnell. David Baumgartner ist der Geschäftsgründer, Dean sein stiller Teilhaber. Es heißt, Baumgartner sei die Geschäftsidee auf einer Weltreise nach seinem Studium gekommen. Er soll in Laos auf einer Hängematte gelegen und beobachtet haben, wie in den Garküchen frische Snacks aus nahrhaften Zutaten vor den Augen der Kunden zubereitet wurden. Baumgartner ist mit einer früheren „Vogue“-Korrespondentin zusammen, die auch überzeugte Öko-Aktivistin ist. Eben diese Kombination findet sich auch im Franchise-Konzept wieder – es scheint aufzugehen. Mittlerweile gibt es 35 Dean & David-Filialen in Deutschland, allein neun davon in München.Jetzt also auch Hannover. Bei unserem zweiten Besuch an einem Sonnabendmittag ist es deutlich leerer, aber dafür bekommen wir unsere Weine und unser Essen sogar an den Tisch gebracht.

Diesmal ist die Wahl meiner Begleiterin auf ein indisches Chicken Korma Curry gefallen (6,45 Euro), das gut nach indischen Gewürzen und Joghurt schmeckt. Ich bekomme eine Tomatensuppe sowie einen Salat als Hauptspeise. Die frisch pürierte Suppe (3,95 Euro für eine kleine Portion) ist für ein Schnellrestaurant eine Wucht – fruchtig und würzig zugleich. Der Salat „Land and Sea“ (5,85 für die kleine Portion) beinhaltet sowohl Eier als auch Thunfisch, der laut Logo delfinsicher gefangen sein soll. Vor lauter Thunfisch ist allerdings vom Honig-Senf-Dressing wenig zu schmecken. Mittlerweile füllen auch einige Familien mit Kindern den Raum. Der Begriff gesunde Küche wirkt normalerweise eher abschreckend auf den Nachwuchs – dies scheint beim Fast-Food-Laden „Dean & David“ nicht der Fall zu sein.

Fazit: Gewissenhafte Bereicherung für die Mittagspause.

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