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Maschteich Hannover

Schüler pflanzen Gemüse in schwimmenden Garten

Wünschen sich Gemüse auf dem Maschteich: Aktive vom Verein Positive Nett-Works.

Wünschen sich Gemüse auf dem Maschteich: Aktive vom Verein Positive Nett-Works.

Hannover.Es hört sich geradezu paradiesisch an. Kürbisse und Bohnen ranken auf dem Maschteich, Salat und Brokkoli sprießen auf schwimmenden Inseln. Eine milde Brise weht den Duft von Lavendel, Schnittlauch und wildem Anis ans Ufer. Gemeinsam mit Schülern will der Verein Positive Nett-Works den Rathausteich in dieser Pflanzsaison in einen schwimmenden Garten verwandeln.

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"Wir haben auch Schmetterlinge an Bord, denn wir pflanzen Blumen, die sie anziehen", verspricht Initiator Joy Lohmann. Der Bau von Inseln ist Lohmanns Spezialität. Der Künstler und Aktivist hat die neue Idee gemeinsam mit einem Trupp Freiwilliger entwickelt, das Schulbiologiezentrum Hannover macht mit. Als diese städtische Einrichtung für Umweltbildung das Projekt kürzlich anbot, meldeten sich innerhalb von zwei Tagen 20 Schulen an. "Die Kinder und Jugendlichen wollen nicht mehr reden, die wollen machen", glaubt Joy Lohmann und schreibt das auch der Dynamik rund um die Fridays-for-Future-Proteste zu.

Der Inselbau startet nach Ostern

Nach Ostern starten Schüler und Ehrenamtliche zunächst mit dem Bau von drei großen Schwimminseln am Schulbiologiezentrum. Geplant ist, die Inseln auf dem See mit Stegen zu verbinden. Die 20 angemeldeten Schulklassen bekommen kleine schwimmfähige Pflanzkisten, die später an die drei Inseln andocken. Die Schüler wählen aus, was sie kultivieren wollen und ziehen ihr Gemüse zunächst vor. Tipps und die meisten Setzlinge bekommen sie im Schulbiologiezentrum. „Die Kinder lernen so, wie lange es dauert, Nahrungsmittel anzubauen. Zum Schluss kochen wir das Gemüse bei einem Erntefest“, sagt Lohmann. Ähnliche Aktionen bietet das Schulbiologiezentrum seit vielen Jahren an, ganz konventionell auf dem Festland. Leiterin Regine Leo glaubt dennoch, dass das Projekt mit dem Inselgemüse Schüler besonders motiviert.

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Die Firma Hannover-Gin zieht Kräuter auf dem Wasser

Zu lernen haben die Schüler vor allem, welche Pflanzen auf einer schwimmenden Insel überhaupt gedeihen. Dazu wird es Workshops geben. „Alles, was gerne feucht steht und nicht tief wurzelt“, meint Lohmann. Die Firma Hannover Gin will auf einer der drei Inseln Kräuter als Zutaten für die hauseigene Schokoladen- und Spirituosenproduktion ziehen. Firmengründer Joerma Biernath, selbst gelernter Staudengärtner, will Wasserminze und wilden Anis anbauen. Die Hauptinsel soll begehbar sein, mit einem Geländer aus Bambus. „Wir werden dort zum Beispiel Yogakurse für Kinder veranstalten“, sagt Architektin Claudia Wonnemann. Auf der dritten Insel will Wonnemann ein Bambusgerüst für rankende Pflanzen wie Bohnen oder Kapuzinerkresse installieren. „Wir wollen der Naturentfremdung entgegenwirken.“ Dazu ist bald Gelegenheit: Der schwimmende Garten startet am 15. Mai mit einem Fest, die letzte Ernte wird am 3. Oktober gefeiert.

Von Bärbel Hilbig

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