Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

HAZ-Special: Flüchtlinge in Hannover

Schülerin schafft es von der Sprachlernklasse zum Abitur

„Wer sich integriert, sollte bleiben dürfen“, sagt Leyla Gasanova.

„Wer sich integriert, sollte bleiben dürfen“, sagt Leyla Gasanova.

Hannover.Ihr Weg ist klar vorgezeichnet: Leyla Gasanova war Schülerin der ersten Sprachlernklasse an einem Gymnasium in Niedersachsen, am Georg-Büchner-Gymnasium in Seelze-Letter, hat dort 2017 ihr Abitur abgelegt und macht jetzt seit einem Jahr eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten. „Ich möchte den Beruf von Anfang an erleben und in der Praxis kennenlernen.“ Danach will sie Jura studieren und Rechtsanwältin werden. Ihr Fachgebiet hat die 21-Jährige auch schon gefunden: „Das Migrationsrecht müsste mal reformiert werden.“ Wer sich in Deutschland integriere, Schulabschlüsse mache, arbeite, einen Beitrag für das Land leiste, der müsse bleiben dürfen, findet sie.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Mit Integration kennt sie sich aus. Geboren ist Leyla in Moskau. Als sie zwölf Jahre alt ist, verlässt ihre Familie wegen des wachsendes Antisemitismus Russland und zieht nach Israel, dort lernt sie Hebräisch. Nach drei Jahren wieder ein Umzug. 2012 kommt Leyla nach Hannover, muss lange eine Schule suchen, die sie aufnehmen will. Mit ihrer Sprachlehrerin vom Georg-Büchner-Gymnasium, Veronika Mörke, steht sie bis heute in engem Kontakt: „Sie hat mich bis zum Abitur begleitet.“

2012 kam Leyla Gasanova aus Russland über Israel nach Hannover. Deutsch lernte sie erst in einer Sprachlernklasse, 2017 hat sie Abitur gemacht.

2012 kam Leyla Gasanova aus Russland über Israel nach Hannover. Deutsch lernte sie erst in einer Sprachlernklasse, 2017 hat sie Abitur gemacht.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nach dem Jahr in der Sprachlernklasse zur Realschule zu wechseln, wäre für sie nicht infrage gekommen: „Ich war doch schon auf dem Gymnasium, also wollte ich auch den bestmöglichen Schulabschluss machen.“ Leyla hatte Deutschleistungskurs. Hannover nennt sie inzwischen aus Überzeugung ihre Heimat, hier würde sie auch gern studieren. Oder in Hamburg. Berlin ist ihr zu groß, zu chaotisch. Eines hat sie bei ihren Umzügen gelernt: „Die Menschen sind im Kern überall gleich, sie sprechen nur eine andere Sprache.“

Zahl der Sprachlernklassen geht zurück

Claudia Bax, an der Leonore-Goldschmidt-Schule, der ehemaligen IGS Mühlenberg, Koordinatorin für Sprachbildung, hält auch drei Jahre nach der großen Flüchtlingswelle Sprachlernklassen und -kurse weiterhin für erforderlich für eine moderne, weltoffene Schule: „Menschen ziehen immer um und kommen in andere Länder.“ In ihrer Sprachlernklasse sitzen Schüler aus Hawaii, Peru und Moldawien.

Die Zahl der Sprachlernklassen hat sich in Niedersachsen von rund 630 in 2016 auf 165 in diesem Jahr verringert, in Hannover gibt es zurzeit 15 Sprachlernklassen, im Schuljahr 2016/17 waren es 36.

Hier lesen Sie mehr

Mehr zum großen HAZ-Special Flüchtlinge in Hannover lesen Sie auf unserer Themenseite.

Von Saskia Döhner

Mehr aus Hannover

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.