Bemerode und Kirchrode

Seelhorster Garten wächst unaufhaltsam

Gravensteiner Allee, Jonathanweg, An der Lindenhecke, Glosterweg: Die Straßennamen im neuen Stadtviertel Seelhorster Garten versprechen ein Idyll. In den vergangenen zwölf Jahren sind dort auf den ehemaligen Obstplantagen der Familie Bahlsen auf 160.000 Quadratmetern beidseits der Bemeroder Straße 130 Einfamilienhäuser und 220 Wohnungen entstanden. Und das Wohngebiet in bester Lage und direkter Waldnähe wird weiter wachsen: Etwa 200 Eigentumswohnungen, 40 Doppelhäuser sowie einige frei stehende Häuser und Gewerbeobjekte sind noch geplant.

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Auch andernorts in Kirchrode und Bemerode ist der Bauboom ungebremst. In beiden Stadtteilen wurde in den vergangenen zehn Jahren nach Angaben von Rolf Grave von der Bauverwaltung Wohnraum für knapp 10.000 Bewohner geschaffen. So zugelegt wurde sonst nirgends in der Stadt.

Geographisch betrachtet würde man den Seelhorster Garten Bemerode zurechnen. Tatsächlich aber gehört er zu 80 Prozent zu Kirchrode. Und so fühlen sich die Bewohner auch. „Bei den Preisen muss es einfach Kirchrode sein“, sagt Katja Würz mit einem Augenzwinkern. Seit zwei Jahren lebt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in einer dreistöckigen Doppelhaushälfte mit Dachterrasse an der Gravensteiner Allee. Vorher wohnte die Familie in der Südstadt. „Doch irgendwann wollten wir einfach einen kleinen Garten haben.“ Ihr Nachbar Olaf Mahlstein versteht sich eher als Grenzgänger. „Wir orientieren uns hier nach allen Seiten“, sagt er. Sport treibt seine Familie beim TSV Bemerode. Der Architekturfotograf spielt dort Badminton, sein sechsjähriger Sohn Hockey. Früher ging der Junior nach Bemerode in den Kindergarten, jetzt besucht er die Wasserkampschule in Kirchrode. „Das ist alles bestens. Wir fühlen uns hier sehr heimisch.“

Das gilt wohl auch für die Nachbarn. Man kennt sich. Die Klientel ist homogen. „Im Viertel leben viele Rechtsanwälte, Selbstständige, Ärzte und Professoren“, betont der Vertriebschef der Seelhorster Garten Entwicklungsgesellschaften, Dieter Otto. „Einer holt den anderen nach.“ Wer mit einem Haus liebäugelt, hat da nun allerdings das Nachsehen. „Diese Grundstücke sind vorerst alle weg“, sagt Projektleiter Hans-Christoph Hartig. Aber vielleicht gebe es im kommenden Jahr noch zwei oder drei Grundstücke. Zwischen 550.000 und 700.000 Euro kostet ein frei stehendes Einfamilienhaus im Seelhorster Garten. Die Quadratmeterpreise der Eigentumswohnungen bewegen sich zwischen 2200 und 3600 Euro.

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Für den Bau der Häuser gibt es Spielregeln: Um architektonischen Wildwuchs zu verhindern, müssen sie bestimmten Normen entsprechen. So müssen die Giebel beispielsweise zur Straße hin ausgerichtet sein, als Fassadenmaterial sind bestimmte Klinker vorgesehen, und die Gebäudehöhen und Dachformen sind festgelegt. Zäune sind verboten, zur Abschirmung der Grundstücke können Hecken gepflanzt werden. Auf die Ästhetik haben die Architekten des renommierten Frankfurter Büros Albert Speer & Partner ein strenges Auge.

Anfangs verlief die Vermarktung des Seelhorster Gartens jedoch eher schleppend. Damals wurde zunächst auf der südlichen Seite der Bemeroder Straße gebaut. „Der Standort musste erst einmal bekannt werden“, sagt Dieter Otto. „Wer wollte schon in einem einsamen Haus auf der Wiese wohnen?“ Die Frage ist nun geklärt.

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