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Leiche identifiziert

Tote von Höver war zweifache Mutter

In Verlängerung der Straße Gretlande wurde am Sonntag eine Leiche im Grünstreifen zwischen der B65 und einem Wirtschaftsweg entdeckt.

In Verlängerung der Straße Gretlande wurde am Sonntag eine Leiche im Grünstreifen zwischen der B65 und einem Wirtschaftsweg entdeckt.

Hannover. Bei den Ermittlungen im Mordfall an einer bislang unbekannten Frau, deren Leiche am Sonntagin einem Gebüsch an der Bundesstraße 65 bei Sehnde-Höver entdeckt wurde, ist die Polizei einen wichtigen Schritt weiter. Eine DNA-Untersuchung ergab, dass es sich bei der Toten um eine 32 Jahre alte Frau handelt. Sie stammt nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hildesheim aus dem südlichen Landkreis Hildesheim und hat zwei Kinder.

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Die Frau war am 18. Mai – gut eine Woche vor dem Auffinden der Leiche – als vermisst gemeldet worden. „Es gab nach dem Fund Anhaltspunkte, dass es sich bei der Toten um die Vermisste handeln könnte“, sagt Hildesheims Erste Staatsanwältin Christina Pannek. Daher seien daraufhin aus dem Zuhause der 32-Jährigen DNA-Vergleichsproben gesammelt worden, die letztlich mit den Spuren am Fundort zusammenpassten. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt Pannek.

Die Polizei hat inzwischen eine elfköpfige Mordkommission eingerichtet. Die Beamten sollen die genauen Umstände des Verschwindens und des Todes der 32-Jährigen aufklären. "Wir versuchen jetzt zu rekonstruieren, wo sich die Frau bis zu Fund der Leiche aufgehalten hat", sagt Pannek. Wie die 32-Jährige ums Leben kam und wer sie als vermisst meldete, sagt die Staatsanwältin "aus ermittlungstaktischen Gründen" nicht. Die Mordkommission ist in Hildesheim angesiedelt, allerdings werden die Beamten auch von Kräften aus Hannover unterstützt.

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Unmittelbar nach dem Fund der Leiche hatte die Kripo mit der Überprüfung aller Vermisstenfälle der Region begonnen. So kam sie auch auf den Fall der verschwundenen Mutter aus Bockenem. Bereits von Montag an ermittelten die Beamten im Umfeld der aus Bulgarien stammenden Familie, allerdings noch ohne jeden Hinweis auf die Gewalttat. Auch gestern rückten Polizisten in Bockenem an, so etwa im Wohnhaus der Familie.

Ein konkreter Tatverdacht liegt Sprecherin Pannek zufolge noch nicht vor. Auf Nachfrage sagte sie, dass niemand aus dem näheren persönlichen Umfeld des Opfers untergetaucht sei. Nach Informationen der HAZ lebte die 32-Jährige mit ihrer unmittelbaren Familie und weiteren Verwandten eher zurückgezogen. Kontakt soll die Familie nur zu anderen Bulgaren in Bockenem gesucht haben, die in der Kleinstadt eine nennenswerte Gruppe bildet. Die 32-Jährige soll insofern eine Ausnahme gewesen sein, dass sie sich um Behördenangelegenheiten der Familie kümmerte. Dafür suchte sie aktiv Hilfe, denn sie konnte weder lesen noch schreiben. Regelmäßig besuchte sie das Freiwilligenzentrum Mia, das von den übrigen Bockenemer Bulgaren eher gemieden wird. Auch für ihre Kinder im Grundschul- und Kindergartenalter war sie da – bis sie am 18. Mai plötzlich verschwand.

Von Ulrike Kohrs, Christian Wolters, Tobias Morchner und Peer Hellerling

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