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Führungswechsel im Rathaus

Sie soll Hannovers Kultur voranbringen

Sozial- und Sportdezernentin Konstanze Beckedorf wird ab 1. April auch das Kulturdezernat führen. 

Sozial- und Sportdezernentin Konstanze Beckedorf wird ab 1. April auch das Kulturdezernat führen.

Hannover. Im Rathaus verschieben sich die Zuständigkeiten innerhalb der Führungsriege. Sozial- und Sportdezernentin Konstanze Beckedorf soll vorübergehend auch den Kulturbereich leiten. Das teilte Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) am Donnerstag dem vertraulich tagenden Verwaltungsausschuss mit. Nötig wird die Verschiebung, weil Kulturdezernent Harald Härke zum 31. März vorzeitig in den Ruhestand geht. Zugleich regt sich in der Ratspolitik Unmut über das Bewerbungskonzept für den Titel Kulturhauptstadt Europas. „Es stammt aus der Feder von Juristen, nicht von Kulturkennern“, meint ein Ratspolitiker. Schostok hatte erst kürzlich entschieden, dass das Konzept vom OB-Büro erstellt werden soll und nicht vom Kulturdezernat.

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Hannovers Pläne für die Kulturhauptstadtbewerbung sollten dabei längst fertig sein. Noch im November entschied Schostok, Härke solle sich um die Kulturhauptstadt-Bewerbung kümmern. Vor einer Woche schwenkte der OB um und erklärte, sein Büro sei jetzt zuständig. Nun betont Schostok im Verwaltungsausschuss, dass die Verantwortung für die Bewerbung beim Kulturdezernat liege, der Geschäftsbereich des OB aber die aktuelle Verwaltungsvorlage erstelle.

Genau das ruft Unruhe hervor. Ratspolitiker kritisieren, dass das Bewerbungskonzept zu formal geraten sei. „Das Papier haben Juristen geschrieben“, meint ein Ratspolitiker. Dabei hatte die Stadt im Juli ein Kulturhauptstadtbüro mit mehreren Vollzeitstellen eingerichtet. „Aber am Ende schreibt das OB-Büro das Konzept selbst“, sagt ein anderer Ratspolitiker. Auch über das Bewerbungs-Motto „In aller Bescheidenheit“ ließe sich streiten. Das Bewerbungskonzept ist noch nicht veröffentlicht und soll im Februar in einer gemeinsamen Sitzung von Kulturausschuss und OB-Ausschuss vorgestellt werden.

Die Zeit drängt, im Frühjahr 2019 muss die Bewerbungsmappe auf dem Tisch der europäischen Jury liegen. Bis dahin dürfte bereits ein Nachfolger für die kommissarische Kulturdezernentin Beckedorf gefunden sein. Die Stelle soll neu ausgeschrieben werden. Bis zum Sommer will sich Schostok mit den Fraktionen beraten, wie der Zuschnitt des Dezernats aussehen soll. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob Kultur- und Personaldezernat erneut zusammen gelegt werden. „Ziel muss sein, so schnell wie möglich zu einer Neubesetzung zu kommen“, sagt Schostok. Aus seiner Sicht wäre ein eigenständiges Kulturdezernat wünschenswert.

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Gegen den ehemaligen Personal- und noch amtierenden Kulturdezernenten Härke läuft ein Disziplinarverfahren. Härke wird vorgeworfen, versucht zu haben, seiner Lebensgefährtin eine Stelle zu verschaffen, die am Ende aber nicht besetzt wurde. Härke hatte bereits im November das Personaldezernat an seine Stellvertreterin, Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski, abgegeben.

Von Andreas Schinkel

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