Messiefamilie

Sorgerecht für Kinder entzogen

Das Verfahren wurde am Amtsgericht Hannover bereits seit Monaten geführt. Die 39-jährige Alexandra G. hatte am vergangenen Mittwoch Polizisten mit einem Messer bedroht und sich mit zwei ihrer Kinder verschanzt. Sie kam danach vorübergehend in eine Psychiatrie. Ihre sieben Kinder im Alter von 1 bis 17 Jahren sind seit dem Vorfall in Pflegeeinrichtungen untergebracht.

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Wegen ihrer unaufgeräumten Wohnung wurde die Frau in den Medien als „Müll-Mutter“ bekannt. Der Gerichtssprecher erklärte jedoch, die Wohnung sei keineswegs „vermüllt“, es gebe lediglich „Verunreinigungen im Küchenbereich“. Am Montag hatte die Frau erklärt, wenn sie das Sorgerecht für ihre Kinder verliere, laufe sie „Amok“. „Ich lasse mir nicht meine Familie ruinieren“, hatte sie hinzugefügt. Der Gerichtssprecher dementierte nach der Entscheidung am Dienstag, dass die Frau psychisch krank sei. Zu Misshandlungsgerüchten wollte er sich nicht äußern.

Im Juli aber hatte die 17-jährige Tochter ihre Mutter bei der Polizei in Hamburg angezeigt. Ihre Mutter habe sie in der Vergangenheit körperlich misshandelt, gab die Jugendliche an. Sie sei von ihrer Mutter geschlagen, beleidigt und eingesperrt worden. Außerdem habe ihre Mutter sie zum Stehlen von Lebensmitteln und Elektrogeräten gezwungen.

In der nichtöffentlichen Gerichtsverhandlung am Dienstag hätte sich ein anderes Bild der Mutter ergeben, sagte der Sprecher. Sie habe sich für ihre Kinder eingesetzt und könne durchaus liebevoll sein. Die Sorgerechtsentscheidung des Amtsgerichtes ist vorläufig. Zunächst müssen in dem Verfahren auch die älteren Kinder angehört werden. Eine endgültige Entscheidung über das Sorgerecht soll Mitte Oktober gefällt werden. Laut des Gerichtssprechers ist es „sehr unwahrscheinlich“, dass die Frau wieder über die Erziehung ihrer Kinder verfügen darf. Sie hatte bereits zuvor das Aufenthaltsbestimmungsrecht an das Jugendamt abgeben müssen.

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Die Familie war durch mehrere Vorfälle wie Ruhestörung, Beleidigung und Ladendiebstahl bei der Polizei auffällig geworden. Nach Polizeiangaben hatte es seit Februar 28 Vorfälle in Zusammenhang mit der Mutter und ihren Kindern gegeben. Das Jugendamt hatte die Familie seit längerem betreut, unter anderem durch regelmäßige Besuche. Der Fachbereich Jugend und Familie der Stadt Hannover begrüßte am Dienstag die Entscheidung der Richter. Die 39-jährige Mutter kann nach Angaben des Gerichtssprechers nun ein Umgangsrecht mit ihren Kindern erwirken, muss dies aber erst beantragen.

ddp

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