Vorstand

SPD will Spitzenkandidatin zum Rücktritt bewegen

„Es gibt keinen Grund für einen Rücktritt“: Noch steht Hülya Iri auf dem ersten Platz.

„Es gibt keinen Grund für einen Rücktritt“: Noch steht Hülya Iri auf dem ersten Platz.

Hannover. „Das Vertrauen zwischen Vorstand und Iri ist gestört. Das zerreißt den Ortsverein“, sagt ein führendes SPD-Mitglied in Kirchrode. Jetzt verfolge man die Strategie, Iris Aktivitäten zu beschneiden und die 41-Jährige dadurch zur Umkehr zu bewegen. So hat der Vorstand beschlossen, Iri das Amt der Mitgliederbeauftragten zu entziehen, obwohl sie etliche neue Genossen für die SPD gewonnen hatte. Aber genau darin liegt für manche Parteimitglieder das Problem.

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Iri gelang es vor einigen Wochen, Platzhirsch Michael Klie, seit 15 Jahren Ratsmitglied und Fraktionsvize, vom ersten Platz auf der Kandidatenliste zu verdrängen. Auf dem zweiten Platz hat Klie voraussichtlich keine Chance, im September erneut in den Rat gewählt zu werden. Die türkischstämmige Iri hatte für ihre Wahl etliche Neumitglieder mobilisiert, viele ebenfalls mit türkischen Wurzeln.

„Sie hat die ihr anvertrauten Mitgliederdaten gezielt dazu verwendet, Unterstützer zu gewinnen“, werfen ihr altgediente Sozialdemokraten jetzt vor. Daher habe man ihr das Amt der Mitgliederbeauftragten entzogen und Iri vom Vorstand ausgeschlossen. Die alleinerziehende Mutter und Sozialarbeiterin gibt sich kämpferisch. „Es gibt keine Gründe für meinen Rücktritt als Spitzenkandidatin“, sagt sie. Dennoch spüre sie, dass der Druck erhöht wird. Letztlich fühle sie sich aber im Einklang mit der vom SPD-Stadtverband ausgegebenen Losung, auf neue Gesichter zu setzen.

Hinter vorgehaltener Hand stimmen manche Genossen dieser Einschätzung sogar zu. Ob Klie tatsächlich zum vierten Mal in den Rat hätte einziehen sollen, sei fraglich. Eine junge, engagierte Frau mit türkischen Wurzeln könnte durchaus das Gesicht der SPD im Osten Hannovers werden, aber unter anderen Voraussetzungen. „Iri hat ihre Gegenkandidatur lange verheimlicht und nicht mit offenem Visier gekämpft“, sagt ein Sozialdemokrat.

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Ende Mai trifft der SPD-Parteitag eine endgültige Entscheidung über die Kandidatenlisten. Dass es zum Eklat kommt, bezweifeln viele. Sollte Iri als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf gehen, wird es für sie nicht leicht. Schon jetzt kündigen Genossen an, keine Plakate von Iri aufhängen zu wollen. Andere bewundern ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen gegenüber den Parteiveteranen. Eine gespaltene SPD dürfte es im bürgerlichen Osten der Stadt schwer haben gegen die CDU.

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