Mordfall Anna Lena in Barsinghausen

Staatsanwältin fordert lebenslange Haftstrafe

Ronald C. - vor ihm sein Verteidiger Christian J. Neumann - bestritt in seinem Schlusswort, den Mord begangen zu haben.

Ronald C. - vor ihm sein Verteidiger Christian J. Neumann - bestritt in seinem Schlusswort, den Mord begangen zu haben.

Hannover. Nach Auffassung der Anklagebehörde muss Ronald C., der sich derzeit vor dem Schwurgericht wegen des gewaltsamen Todes der 16-jährigen Anna Lena aus Barsinghausen verantworten muss, wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt werden. Staatsanwältin Friederike Riemer führte am Mittwoch in ihrem Plädoyer aus, dass der 24-Jährige ihrer Überzeugung nach in Verdeckungsabsicht gehandelt habe, um einen zuvor erfolgten sexuellen Übergriff gegen die Jugendliche zu verschleiern. Eine Sicherungsverwahrung von C. beantragte die Anklagevertreterin ausdrücklich nicht.

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Verteidiger Christian J. Neumann plädierte für einen Freispruch seines Mandanten. Dieser habe die nächtliche Schreckenstat zwischen dem Abschied von einer Gruppe von jungen Leuten an der S-Bahn-Station Barsinghausen und seiner Ankunft in einem Obdachlosenheim aus zeitlichen Gründen gar nicht begehen können. Er persönlich habe allerdings auch keine Erklärung, warum Anna Lena am 17. Juni dieses Jahres nahe einer Grundschule halb entkleidet und mit einem schweren Ast erschlagen aufgefunden worden sei.

Vor den Plädoyers hatte das Schwurgericht unter Vorsitz von Wolfgang Rosenbusch noch den rechtlichen Hinweis gegeben, dass Ronald C. auch wegen Totschlags verurteilt werden könnte. Dieser nahm die Verhandlung wieder einmal mäßig interessiert zur Kenntnis, saß häufig seitlich abgewendet auf der Anklagebank und machte sich scheinbar Notizen. Sein Schlusswort war kurz und knapp: „Ich möchte betonen, dass ich Anna Lena nicht umgebracht habe und dass ich sie nicht vergewaltigt habe oder sonstwas.“ Der Nebenklage-Anwalt kündigte an, dass die Mutter des getöteten Mädchens bei der Urteilsverkündung am nächsten Mittwoch um 15 Uhr anwesend sein wolle – zum ersten Mal in diesem Prozess.

Von Michael Zgoll

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