Klinikum Wahrendorff

Stadtvilla in Hannover wird psychiatrische Pflegeeinrichtung

Waldhausen. Das Klinikum Wahrendorff hat eine neue psychiatrische Einrichtung eröffnet. In einer Waldhausener Stadtvilla in der Güntherstraße ist eine Wohngemeinschaft für psychisch kranke Menschen entstanden. In dem 660 Quadratmeter großen Haus mit acht Doppel- und drei Einzelzimmern werden junge Menschen mit Persönlichkeitsstörungen behandelt. Bei dem Heim handelt es sich nicht um eine geschlossene klinische Einrichtung. „Wir bieten eine stützende Eingliederungshilfe in ein autonomes Leben“, sagt Heimleiterin Renate Laskowski.

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Viele Patienten – darunter Menschen mit Autoaggressionskrankheiten – hätten bereits einen längeren Klinikaufenthalt hinter sich, seien jedoch noch nicht bereit für ein selbstständiges Leben in einer eigenen Wohnung, sagt der Geschäftsführer des Klinikums Wahrendorff, Mathias Wilkening: „Wir wollen mit dieser Einrichtung die Lücke zwischen einer Klinik und einer Privatwohnung schließen.“

Geregelter Tagesablauf mit therapeutischer Betreuung

Der Therapieplan sieht einen geregelten Tagesablauf vor, der von den Patienten mitgestaltet werden soll. Dazu gehört es, dass die Bewohner sich um den Haushalt kümmern, Wäsche waschen, gemeinsam mit den Betreuern einkaufen gehen und anschließend in der Gruppe kochen und essen. Die Patienten werden auch therapeutisch betreut. Einzel- und Gruppengespräche werden genauso wie Ergo- und Arbeitstherapien angeboten. 7,5 Arbeitsplätze hat Wilkening rechnerisch insgesamt geschaffen. Dazu gehören ein Sozialarbeiter, eine Ergotherapeutin, eine Krankenschwester, eine Hauswirtschafterin, ein Heilerziehungspfleger, eine Altenpflegerin, eine Psychologin und eine Ärztin. Ein Betreuer kümmert sich um durchschnittlich 2,5 Patienten.

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Geschäftsführer Wilkening ließ das Gebäude, das rund 20 Jahre ein Altenpflegeheim war und davor der Verlegerfamilie Schroedel als Eigenheim diente, im vergangenen Jahr aufwendig umbauen. Fast jedes Zimmer verfügt nun über einen Balkonzugang. In einer geräumigen Wohnküche mit Kochinsel, die von kleinen Esstischen umrahmt ist, können Bewohner die Mahlzeiten vorbereiten. Entspannen lässt es sich in einem Gemeinschaftsraum mit braunen und roten Ledermöbeln oder in einem Wintergarten. Kaum etwas erinnert daran, dass es sich bei der Stadtvilla um eine Einrichtung für psychisch kranke Menschen handelt. „Ich habe in meiner Arbeit immer versucht, Orte zu schaffen, an denen irre sein noch Spaß macht“, sagt Wilkening mit einem Augenzwinkern.

Stefanie Nickel

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