Betriebsunfall auf VW-Gelände

Stahlträger erschlägt 44-Jährigen

Foto: Bei einem Betriebsunfall auf dem Gelände des Automobilherstellers VW in Stöcken ist am Vormittag ein Arbeiter ums Leben gekommen.

Bei einem Betriebsunfall auf dem Gelände des Automobilherstellers VW in Stöcken ist am Vormittag ein Arbeiter ums Leben gekommen.

Hannover. Das Unglück geschah bei den Arbeiten an einer Halle, die bis Herbst fertiggestellt werden soll.

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Besonders tragisch: Kurz vor dem tödlichen Unfall war die Gewerbeaufsicht schon einmal auf der Baustelle auf dem Werksgelände um die Arbeitssicherheit zu überprüfen. „Das war eine turnusmäßige Überprüfung der Arbeitssicherheit durch die Genossenschaft“, bestätigte VW-Sprecher Volker Seitz auf Anfrage der HAZ. Bei dem Rundgang, bei dem unter anderem darauf geachtet wird, ob die Bauarbeiter Helme und Sicherheitsschuhe tragen, gab es nach Seitz’ Informationen nichts zu beanstanden.

Wenige Stunden danach ereignete sich dann der Unfall auf der Baustelle an der Mecklenheidestraße. Dort wird nach Informationen des Unternehmens eine neue Halle gebaut, in der eine weitere sogenannte Pressenstraße entstehen soll. Ab dem kommenden Jahr wird VW dort Teile für die Produktion des T5, des Caddy und des Crafter herstellen. Aber auch Ersatzteile für Konzernfahrzeuge sollen dort zukünftig gefertigt werden.

Gegen 11 Uhr wollten die Bauarbeiter einen großen Stahlträger installieren, der nach der Fertigstellung der Halle im Herbst Bestandteil eines Hallenkrans werden soll. Als die Mitarbeiter der von VW beauftragten Baufirma den Stahlträger an dem Rohbau anbrachten, lösten sich aus bisher ungeklärter Ursache drei der etwa fünf Meter langen Bauteile. Sie stürzten etwa 20 Meter in die Tiefe und begruben zwei der Bauarbeiter unter sich. Ein 44 Jahre alter Mann erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen. Sein 34 Jahre alter Kollege konnte kurz darauf schwer verletzt aus dem Gefahrenbereich gerettet werden. Ein Rettungswagen brachte ihn in ein Krankenhaus.

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"Da auch nach dem Unfall noch immer die Gefahr bestand, dass weitere Gerüst- und Schalungsteile herabstürzen, übernahmen die Höhenretter der Feuerwehr die Bergung des Toten", sagte Feuerwehrsprecher Hartmut Meyer. Von einem Baustellenkran ließen sich die Einsatzkräfte mit einer Notfalltrage zu der Unfallstelle ab. Nachdem sie den tödlich verunglückten Bauarbeiter auf der Trage fixiert hatten, wurden sie wieder aus dem Gefahrenbereich gezogen.
Die alarmierte Polizei sowie das Gewerbeaufsichtsamt Hannover übernahmen kurz nach der Bergung des Toten die Ermittlungen am Unfallort. Die Arbeiten auf der Baustelle wurden bis auf Weiteres eingestellt. Bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover-Stöcken sind rund 12.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Fünf Unfälle in 18 Jahren

  • 12. Februar 2013: Bei einem Feuer in einer Werkshalle von VW in Stöcken wird ein Industrieroboter komplett zerstört: 250.000 Euro Schaden.
  •  8. November 2006: Auf der Fahrt zum VW-Gelände übersieht der Fahrer eines Sattelschleppers einen VW Beetle. Bei dem Unfall wird der Tank des Lastwagens aufgerissen, 250 Liter Diesel laufen aus.
  •  26. Juli 2003: Bei Ausbauarbeiten in einer Werkshalle stürzt der Mitarbeiter eines Subunternehmens von einer zehn Meter hohen Plattform. Das Sicherungsseil reißt, der Mann ist sofort tot.
  • 18. Januar 1996: Zwei Handwerker erleiden schwere Verletzungen, als sie bei Elektro­arbeiten im VW-Werk von einem Stromschlag getroffen werden.
  • 8. Januar 1996: Ein 51 Jahre alter Mann stürzt 
ungefähr acht Meter tief in eine Schneidpresse auf dem VW-Gelände. Der Mitarbeiter erleidet 
einen Schädelbruch
und bricht sich das Genick.     

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