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Weidendamm

Stillstand beim millionenschweren Feuerwehr-Neubau

Die neue Leitstelle der Feuerwehr am Weidendamm scheint auf den ersten Blick fertig zu sein, doch es hakt beim Innenausbau.

Die neue Leitstelle der Feuerwehr am Weidendamm scheint auf den ersten Blick fertig zu sein, doch es hakt beim Innenausbau.

Hannover.Die neue Feuerwache am Weidendamm gehört zu den teuersten und prestigeträchtigsten Bauprojekten der Stadtverwaltung – doch wann die Regionsleitstelle der Berufsfeuerwehr dort einziehen kann, ist unklar. Ratspolitiker sind besorgt, sie gehen davon aus, dass die Verzögerungen schon jetzt mindestens neun Monate betragen. Kaum einer glaubt noch daran, dass die Feuerwehr noch in diesem Jahr die Leitstelle in dem rund 50 Millionen Euro teuren Gebäude in Betrieb nehmen kann. Grund ist ein Konflikt zwischen der Stadt und der Baufirma Züblin um Details beim Innenausbau. „Die Feuerwache ist Hannovers BER“, sagt ein Ratspolitiker in Anspielung auf den Berliner Flughafen, der wegen Baumängeln nicht eröffnet werden kann.

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Offiziell geben sich alle Beteiligten schmallippig. Züblin, eine Tochter der Baufirma Strabag, will den Streit nicht kommentieren und verweist auf die Stadt. Gleiches gilt für die Feuerwehr Hannover. Die Stadt wiederum antwortet auf Nachfragen der HAZ, dass man sich in einem „intensiven konstruktiven Dialog“ befinde und keine Einzelheiten nennen könne. Ein Schiedsverfahren habe noch nicht begonnen.

Nach Informationen der HAZ stellt sich der Konflikt folgendermaßen dar: Die Stadt wirft Züblin vor, etliche Baumängel im Inneren des Gebäudes verursacht zu haben. Züblin entgegnet, dass die Fehler durch die Ausschreibung der Stadt zustande gekommen seien. Ursprünglich sollte neben der Regionsleitstelle für die Berufsfeuerwehr auch die Notrufzentrale der Polizeidirektion Hannover in die Wache am Weidendamm einziehen. Doch die Polizei machte kurzfristig einen Rückzieher. Die Schuldzuweisungen zwischen Stadt und Züblin gehen hin und her, beide Parteien drohen mit Strafzahlungen. Eine Mediation ist bereits gescheitert.

Jetzt könnte ein Schiedsverfahren in Gang gebracht werden, um den Streit zu klären. Das bedeutet, dass ein Gutachter alle Akten durchforstet, sich ein Bild von der Baustelle macht und dann entscheidet, wie es weitergehen soll. Verwaltung und Baufirma haben bereits zugesichert, sich an den Schiedsspruch zu halten. Ein Gerichtsverfahren wollen beide vermeiden, doch auch ein Schiedsverfahren wird einige Monate in Anspruch nehmen.

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In vertraulichen Sitzungen werden Ratspolitiker regelmäßig über den Verhandlungsstand in Kenntnis gesetzt, offenbar mit geringem Informationsgewinn. „Niemand kann uns sagen, wann die Feuerwehr einzieht. Das ist kein gutes Zeichen“, meint ein Ratsherr.

Die Feuerwehr muss jetzt länger als bisher geplant in der alten Wache in der Calenberger Neustadt bleiben. Dort ist allerdings die Technik veraltet, der Umzug zum Weidendamm sollte zugleich die Umstellung auf Digitalfunk herbeiführen.

Von Andreas Schinkel

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