Bauherren öffnen Gebäude

„Tag der Architektur“ in Hannover

Hannover. Es lohnt sich, einmal hinter die Fassade zu blicken. Gleich mehrere Überraschungen birgt das Haus, in dem Jelka und Martin Bock mit ihren drei Kindern Stine, Flemming und Jule leben. Von außen betrachtet könnte es ein modernisiertes Siedlungshäuschen aus den fünfziger Jahren sein. Doch wer in das moderne Passivhaus im Kappellenbrink 14 in Groß-Buchholz hineingeht, dem eröffnen sich neue Perspektiven: Im Gegensatz zu den oft sehr kleinteiligen Gebäuden aus dem vergangenen Jahrhundert zeigt sich das Erdgeschoss nicht nur großzügig und luftig, sondern auch aufgeräumter, als man es sich bei einer fünfköpfigen Familie vorstellen würde.

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„Wir haben richtig viel Stauraum“, sagt Jelka Bock. Diese Tatsache ist dem Architekten Jens-Uwe Seyfarth zu verdanken. Bei seiner Planung orientierte er sich zwar an der Formensprache der Klassiker aus den Fünfzigern, er kombinierte dies aber mit modernen Raumlösungen. Eine offene Küche, der Essplatz und das Wohnzimmer gehen ineinander über. Die breite Fensterfront bietet nicht nur einen Panoramablick in den Garten. Sie hat auch praktische Gründe: Sie sorgt für angenehme Wärme im Passivhaus.

Kein Fenster zum Garten, aber dafür eines zum Hof haben alle Mitarbeiter, die in der „Kreativ Schmiede“ über Planungen nachdenken. In einer ehemaligen Hinterhofdruckerei haben die Architekten Sven Ronshausen und Sybille Schrötke, Innenarchitektin Anja Krüger oder auch Tev Wilhelmsen und Tim Frede von „Gesamtkonzept“ ihre Büros. Nach vier Monaten Umbauzeit waren die Räume fertig. Um zusätzlichen Platz zu schaffen, wurden im ehemaligen Druckereikomplex zwei Galerien eingezogen. Die Eisenträger sind offen sichtbar. „Wir wollten den Industriecharakter erhalten“, erklärt Ronshausen.

Um eine ganz neue Anmutung und Ausstrahlung ging es hingegen den Architekten Roger Ahrens und Gesche Grabenhorst, die die ehemalige Kirche an der Fuhsestraße zur Synagoge der Liberalen Jüdischen Gemeinde umbauten. Von dem wuchtigen Waschbetonbau von einst ist nicht viel übriggeblieben. Die Architekten haben den Bau nahezu komplett entkernt. „Wir wollten einen freundlichen, offenen Eindruck schaffen“, erklärt Ahrens. Besonders deutlich wird das, wenn man den Gebetsraum der Synagoge betritt: Der Raum scheint zu schweben, wenn das Licht eingeschaltet wird.

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Am Sonntag, 26. Juni, können die drei vorgestellten Objekte sowie insgesamt etwa 30 weitere in der Region besucht werden. Die Besichtigungen sind kostenlos. Die Termine der Führungen sind unter www.aknds.de im Internet zu finden.

Heike Schmidt

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