Kriminelle Masche

Wenn plötzlich Europol am Telefon ist: Hannoveraner erhalten nervige Betrugsanrufe

Eine junge Frau telefoniert mit ihrem Smartphone. Viele Menschen aus Hannover erhalten gerade Betrugs-Anrufe.

Eine junge Frau telefoniert mit ihrem Smartphone. Viele Menschen aus Hannover erhalten gerade Betrugs-Anrufe.

Hannover. Eine fremde Nummer und eine Computerstimme, die einen mit den Worten „This call is from Europol...“ begrüßt – so beginnen die seltsamen Telefonanrufe, die derzeit viele Menschen in Hannover bekommen. Doch hinter diesen Anrufen stecken wie so häufig keine echten Polizeibeamten von Inter- oder Europol, es handelt sich um eine Betrugsmasche.

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Schon im März warnte das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen vor den Kriminellen. Denn die Betrüger wollen an Daten und Geld kommen. „Im schlimmsten Fall können Sie tausende Euro verlieren“, mahnt die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Oft mehrere Anrufe am Tag

Egal ob Festnetz oder Smartphone, die Betrüger versuchen auf allen Anschlüssen Profit zu schlagen. Meist erhalten Betroffene gleich mehrere Anrufe am Tag, oft von leicht unterschiedlichen Nummern – die auf den ersten Blick nicht für Argwohn sorgen. Wer aber zurückruft, erhält die Ansage, dass es sich um eine unbekannte Nummer handelt, das berichten einige Betroffene aus Hannover.

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Die Anrufliste einer Betroffenen - unter diesen Nummer haben angebliche Europol-Mitarbeitende sie versucht zu erreichen.

Die Anrufliste einer Betroffenen - unter diesen Nummer haben angebliche Europol-Mitarbeitende sie versucht zu erreichen.

Wer rangeht, der wird von der Computerstimme auf Englisch darüber informiert, dass die persönlichen Daten für kriminelle Zwecke missbraucht worden seien. Die angerufene Person wird aufgefordert die "1" zu wählen – wie etwa im April mehrere Betroffene aus Isernhagen gegenüber der Polizei schilderten.

Im weiteren Verlauf – so das LKA – sei es so, als würde man zu einem angeblichen Sachbearbeiter weitergeleitet. Der erkläre, dass es ein großes Ermittlungsverfahren gäbe. Wer die Auskunft verweigert, dem drohten fünf Jahre Haft. In einem bekannten Fall sei ein Angerufener dazu aufgefordert worden, Geld auf ein ausländisches Konto zu überweisen. Dann würden die Ermittlungen gestoppt.

Wie kann man sich schützen?

Das LKA rät dazu, die Anrufe erst gar nicht anzunehmen oder am besten direkt aufzulegen: „Wichtig ist, nicht auf solche Anrufe zu reagieren und keinerlei persönliche Daten von sich selbst am Telefon zu nennen oder weiteren Aufforderungen zu folgen.“ Wer den Betrügern seine Daten mitgeteilt hat, der läuft Gefahr, dass diese für weitere Betrugsversuche genutzt werden.

Wer auf die Masche reingefallen sei, der solle unbedingt bei der Polizei Strafanzeige erstatten, rät die Verbraucherzentrale. Das ist auch online möglich. Wenn Betroffene sogar Bankdaten herausgegeben haben, sollten auch die Bank oder der Zahlungsdienstleister informiert werden.

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Rufnummern am besten blockieren

Ob die Täter auf bereits durch einen Hack bekannt gewordene Daten zugreifen oder rein zufällig Rufnummern anwählen, ist dem LKA nicht bekannt. Die Täterinnen und Täter selbst nutzten das sogenannte Call-ID-Spoofing, mit dieser Methode lasse sich jede beliebige Rufnummer vortäuschen.

Bei einigen Betroffenen klingelt täglich mehrfach das Smartphone oder Telefon. Wer die nervigen Anrufe verhindern möchte, kann die Rufnummern blockieren – dazu rät die Bundesnetzagentur. Laut LKA können bei einigen Smartphones und Telefonen auch ganze Rufnummernbereiche gesperrt werden – wenn zum Beispiel der Anruf immer von einer gewissen Vorwahl kommt. In der Regel seien die Anrufe aber nicht von Dauer, so das LKA. Die Einstellungen müssten somit nicht längerfristig vorgenommen werden.

Von sap

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