Italienische Küche

Trattoria Pasta e Vino

Emma Algieri serviert im Restaurant „Trattoria Pasta e Vino“

Emma Algieri serviert im Restaurant „Trattoria Pasta e Vino“ ihres Bruders Tonino Algieri.

Burgwedel darf sich mittlerweile zwar Stadt nennen, trotzdem geht es manchmal noch zu wie auf einem guten, alten Dorf. Macht man sich etwa auf die Suche nach dem Lieblingsitaliener des jüngst zugezogenen Ministerpräsidenten, trifft man nicht nur auf freundliche Nachbarn, die den Weg zur neuen Bleibe der Familie Wulff weisen. So mancher Wirt nimmt gar das Prädikat für sich in Anspruch, zum Stammlokal des Landesvaters geworden zu sein.

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Wir dagegen haben aus guter Quelle erfahren, dass das „Ristorante Toscana“ ein heißer Tipp ist, wenn es um gelegentliche Besuche des Ministerpräsidenten geht. Und so kommt es, dass uns schon vor der Vorspeise der Ruf als „Groupies“ anhaftet. Wir, die beiden ortsfremden Frauen, haben auf der Suche nach dem „Toscana“ zu viel nach „Herrn Wulff“ gefragt. Das „Ristorante“ aber konnten wir trotzdem nicht finden – es wurde vor einigen Monaten geschlossen. Der Hinweis aber, dass Wirt Tonino Algieri einige Häuser weiter ein neues Restaurant eröffnet hat, erweist sich als kulinarischer Volltreffer.

In der rustikal und dennoch sehr hell gestalteten „Trattoria Pasta e Vino“, die im Februar erweitert und ausgebaut wurde, fühlen wir uns sofort wohl. Aus dem Tagesangebot, das stets auf einer großen Kreidetafel am Eingang steht, wählen wir einen Antipasti-Teller (9 Euro) und Carpaccio (9 Euro) – und sind sofort begeistert. Das Rindfleisch ist frisch (viel zu viele Restaurants begnügen sich mit aufgetauter Ware) und ausnehmend zart. Originell ist der Vorspeisenteller: Neben Klassikern wie frittierter Aubergine und Zucchini naschen wir gegrillte Scampi, Oliven, eingelegte Tomaten und Austernpilze – alles hausgemacht. Den Hauptgang wähle ich von der kleinen Holztafel, auf der die regulären Gerichte, in der Mehrzahl Pizze, aufgeführt sind. Meine Pizza Trattoria (9 Euro) erweist sich zwar als sehr „pikant“. Die Freude an dem knusprigen, aber nicht zu dünnem Teig mit Tomate, Mozzarella, Rucola und aromatisch-zartem Parmaschinken kann mir das bisschen Schärfe aber nicht verderben. Meine Begleiterin versucht zarte Baby-Calamares (15 Euro), die mit Knoblauch und etwas Kräutern, zum Glück aber ohne schwere Panade gegrillt wurden. Lediglich die Dessertwahl trübt den Abend ein wenig – das Tiramisu ist wie viele andere Gerichte zu diesem etwas späteren Zeitpunkt bereits ausverkauft, deshalb wählen wir eine cremige, aber nicht herausragende Panna Cotta (4,50 Euro) sowie Tartufo Nero (4,50 Euro), das stilecht mit Espresso übergossen serviert wird. Beim nächsten Besuch werden wir von einem Kollegen und Stammgast begleitet, der in dem fast voll besetzten Gastraum von der Kellnerin sofort mit Namen begrüßt wird. Außerdem sind wir dieses Mal rechtzeitig und haben noch die volle Auswahl von der Karte: Wir starten mit Feldsalat mit warmem Käse und Parmaschinken (9 Euro) sowie Bruschetta (4,50 Euro), die unseren beim ersten Besuch geweckten hohen Erwartungen durchaus standhalten: Der geschmolzene Mozzarella macht sich überraschend gut mit dem würzigen Schinken und dem frischen Feldsalat, die Bruschetta ist knusprig und mit aromatischen Tomatenwürfeln angerichtet.

Danach aber kommt das Beste: Meine Begleiterin schwelgt in zarten Kalbsfilets mit frischen Steinpilzen und geschmorten Tomaten, die später nur mit 18 statt 21 Euro auf der Rechnung stehen. Ich genieße ebenfalls sehr zarte Rinderhüftröllchen (13 Euro) in einer ausgewogenen Senfsoße, die mit Rosmarinkartoffeln und fein gewürztem Blattspinat gereicht werden. Wieder zeigt sich, dass italienische Küche in diesem Haus ohne allzu viel Knoblauch und schweres Öl auskommt. Auch der Wein, ein Malvanera Malvasia Nera (0,75 l für 21 Euro) besitzt eine beerig-würzige Tiefe, ohne dabei allzu schwer zu werden.

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Unser Begleiter hat indes Pech: Die Pizza Trattoria ist an diesem Abend allzu feurig, er muss aufgeben, weil ihm die Schärfe die Schweißtropfen auf die Stirn treibt. Zum Ausgleich bestellen wir für ihn Tiramisu (4,50 Euro): Die Spezialität ist hausgemacht und so cremig-leicht, dass wir alle probieren, was ihm angesichts der üppigen Portion durchaus recht ist. Welcher Politiker hier auch immer speisen mag – für uns ist das Restaurant erste Wahl.

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Das Restaurant „Trattoria Pasta e Vino“ in Brugwedel im Branchenführer

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