Im Überblick
Diskriminierungs-Vorwürfe gegen die Stadt Hannover – darum geht’s

Zugang nur nach Anmeldung: Eine Roma-Familie auf dem Weg in die Unterkunft in Misburg.
Quelle: Jonas Dengler
Hannover. Eine sechs Jahre umfassende Untersuchung zweier Wissenschaftler hat aufgedeckt, wie Mitarbeiter der Stadtverwaltung, des Jobcenters und in Schulen in Hannover über Jahre systematisch daran gearbeitet haben, Roma aus der Stadt zu vertreiben. Die Stadtverwaltung hat Fehler eingeräumt, will aber auch einige Missstände bereits abgestellt haben.
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Die Forscher haben insgesamt 71 Interviews mit teilweise hochrangigen Mitarbeitern verschiedener Behörden geführt, in denen sie zeigen konnten, dass die Diskriminierungen oft mit einer klaren Absicht verfolgt wurden.
Das sind die Vorwürfe
- Willkürliche Umquartierungen, menschenunwürdige Unterkünfte und verloren gegangene Anträge: Im Text „Studie deckt systematische Diskriminierung von Roma durch Hannovers Stadtverwaltung auf“ werden die Ergebnisse der Studie und die ersten Reaktionen der Stadtverwaltung komprimiert zusammengefasst.
- In unserem ausführlichsten Text gehen wir in die Tiefe. „Vertreibung an den ,Arsch der Welt’: So funktioniert der Rassismus mit System gegen Roma in Hannover“ beschreibt detailliert, wie sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt über Roma äußern und wie sie mit ihnen umgehen. Unsere Reporter ordnen ein, welche Vorwürfe sie durch eigene Recherchen bestätigt sehen und wie die Stadtverwaltung reagiert.
Meinungen
- Ist der Antiziganismus, wie die Forscher ihn in Hannover gefunden haben, außergewöhnlich – oder eher die Regel? Soziologe Wolfram Stender, der an der Hochschule Hannover zum Thema Antiziganismus forscht, ordnet diese Fragen im Interview ein.
- Die Stadt Hannover ist von den Vorwürfen der Studie kalt erwischt worden. Sie muss jetzt ihre Lehren daraus ziehen – und könnte damit zum Vorbild werden, meint Reporterin Jutta Rinas in ihrem Kommentar.
Sonderaspekt Job-Center
- Abschreckung am Eingang, verschwundene Anträge und eine rassistische Haltung bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Im Text „Da ist Hopfen und Malz verloren“ wird beschrieben, welche Formen der Ausgrenzung die Forscher beim Job-Center in Hannover vorgefunden haben.
HAZ










